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  Schamanismus
 

Eine Kurzfassung über meine Schamanenwerdung?
Vor vielen Jahren an einem 14 März um19 Uhr ganz plötzlich tauchte die Seele eines alten Schamanen auf, versetzte mich in einen Zustand der Bewusstlosigkeit die exakt 6 Tage dauerte. In diesem Zustand hatte ich eine Vision, in dieser Vision musste ich entscheiden ob ich Schamane werden möchte. Nach dem ich einverstanden war begegnete ich dem Totem-Tier ( Wolf ) meines Vorfahrens. Er hatte ein Zeichen auf seinem Stirn. Er führte mich zu dem Baum, von dessen Rinde ich den Rahmen meines Trommels fertigen musste.

Nach 6 Tage später erwachte ich aus der Bewusstlosigkeit, ging in den Wald, fand das Tier und den Baum aus meiner Vision und fertigte meine Trommel aus dem Fell des Tieres und der Rinde des Baumes. Am 20 Juni um 19 Uhr bereitete man eine brühe aus verschiedenen Pflanzenwurzeln und blättern. Man sagte mir, ich soll es trinken! Nach ungefähr eine Stunde später wurde ich in eine andere Dimension transportiert. Es kam eine Seele der mir sagte das er meine Helfer sei. Er führte mich in das Himmelsreich und zerlegte meinen Körper in Einzelteile. Diese Teile müssten wieder zusammen geflickt werden damit ich mit neuen Schamanen-Kräften auf die Erde zurückkehren konnte. Am 21 Juni um 7. 00 Uhr früh kam ich wieder auf die Erde.

Nach dem ereichen meines 25 Lebensalter habe ich mich für den Rest meines Lebens Entschieden den Spirituellen weg zu gehen. In den letzten zwanzig Jahren habe ich auch vielen Menschen mit belastenden Familienthemen, Liebe und Partnerschaftskonflikten, Schwierigkeiten in der Arbeit, Beruf und Karriere bereichen erfolgreich geholfen und viele Probleme langfristig gelöst. Auch Dir werde ich meine Hilfe anbieten.


Schamanismus bei Türkvölker
 

Der Schamane (Kam) gilt selber nicht als heiliger Mensch. Er genießt lediglich den Respekt der Menschen weil er mit den Geistern in Verbindung steht. Daher darf er nicht etwa mit einem Priester verglichen werden. Für die tägliche Ehrung Tengri's (Gott) und der Geister wird auch kein Schamane benötigt. Die Aufgaben des Schamanen bestehen meistens nur darin, das außer Kontrolle geratene Gleichgewicht wieder herzustellen und Krankheiten zu heilen. Es gibt unterschiedlich starke Schamanen. Je nachdem über welche Hilfsgeister sie verfügen, haben sie unterschiedliche Fähigkeiten. Man unterscheidet zwischen weißen und schwarzen Schamanen. Schamanen tragen ein Gewand, das Manyak genannt wird. Es muss aus Fellen von bestimmten Tieren hergestellt werden. Es ist mit Knochen und Federn bestückt, die ihre Bedeutungen haben. Schamanen und Schamaninnen haben unterschiedliche Kompetenzen. Ein Schamane kann nur bis zur dritten Ebene des Himmels gelangen, aber eine Schamanin bis zur fünften Ebene. Bei manchen Regionen dürfen Frauen keine Schamanen werden, weil sie während der Menstruation als unrein gelten. Es gibt so genannte weiße und schwarze Schamanen, die unterschiedliche Heilkräfte haben. Sie tragen entweder helle oder dunkle Manyaks. Schamanen werden nach ihren Tod zum Körmöz (Geister mit Zauberkräften.
 

Schamanenwerdung
 

Die Schamanen und Schamaninnen
Erlik Khan den ersten Schamanentrommel gebaut und den erste Schamanenritual vollzogen. Das was die Schamanen von anderen Menschen unterscheidet ist, dass sie über die Seele eines verstorbenen anderen Schamanen verfügen. Diese (utha- / Körmös-)Seele begleitet den Schamanen und hilft ihm. In der Regel taucht die Seele eines alten Schamanen eines Tages plötzlich auf versetzt den Auserwählten in einen Zustand der Bewusstlosigkeit (Mediziner sprechen hierbei von einer Katalepsie, dass manchmal sogar mehrere Tage andauert). In diesem Zustand hat der Auserwählte eine Vision, in dieser Vision muss er sich entscheiden ob er wirklich ein Schamane werden möchte. Der Auserwählte begegnet dem Totem-Tier des Stammes.

Dieses Tier hat meist ein Zeichen auf seinem Stirn. Es führt ihn zu dem Baum, von dessen Rinde er den Rahmen seines Trommels fertigen muss. Wenn er aus der Bewusstlosigkeit erwacht, geht der Auserwählte in den Wald, findet das Tier und den Baum aus seiner Vision und fertigt seine Trommel aus dem Fell des Tieres und der Rinde des Baumes. Die Seele des Hilfsschamanen führt den Auserwählten in das Himmelsreich und zerlegt seinen Körper in Einzelteile. Diese Teile müssen wieder zusammengeflickt werden damit er mit neuen Schamanen-Kräften auf die Erde zurückkehren kann. Wenn er sich weigert ein Schamane zu werden, stirbt er in seiner Katalepsie und wacht nie wieder auf. Ein anderer Schamane der gerufen wird um dem „Kranken“ zu helfen erkennt sofort dass dieser nicht wirklich Krank ist, sondern zur Schamanenwerdung berufen wurde.


Aufgaben des Schamanen

  • Kommunikation mit Gott und ihn dienenden hohe Geistigen Energie Wessen. Seiner Botschaften

    verbereiten.

  • Wahrsagen: Er ladet einen Geist dazu ein in seinen Körper zu dringen. Der Geist spricht dann aus dem Körper des Schamanen

  • Regen-Ritual und Blitz-Ritual: Er muss die Energie der eingeschlagenen Blitze wieder in den Himmel schicken um das Gleichgewicht in der Natur zu wahren, und in Trockenzeiten um Regen beten/bzw. zaubern

  • Oba-Ritual: Kann mehrere Tage dauern, und ist für das Wohl des ganzen Stammes von Bedeutung

  • Krafttiere aktivieren

  • Geistige und Körperliche Krankheiten zu erkennen und heilen

  • Verstorbene Seelen kontaktieren oder störende Energien aufspüren. Transformierung mit Hilfe von kosmischen Energien bei anhaftenden verstorbene Seelen – liebevolle Begleitung „ins Licht“

  • Familienverstrickungen, alte Muster von Hass etc., Geschehnisse von einem Ort klären fremde Seelenanteile werden ihrem Ursprung zugewiesen

  • Aussöhnung in Bezug auf die Vergangenheit (mit Familie, der betroffenen „besetzten“ Person, aller Beteiligten

  • Belebung des befreiten Individuums (Mensch, Tier) oder Ortes Raum, Gebäude, Wohngebiet. Der entstandene „Leerraum“, der zuvor besetzt war, wird aufgefüllt mit göttliche Energien Aufbau eines „Schutzes“, um neuen Energien die „Zuflucht“ zu untersagen

Der Schamane tanzt und singt während seiner Arbeit und spielt dabei auf seiner Trommel und gibt sich damit selbst den Rhythmus für seine Bewegungen. Seine Kutte und seine Onguns (Totems) beherbergen die Geister die ihm bei seiner Arbeit helfen. Der Schamane hat auch oft einen kleinen runden Spiegel auf seiner Brust, der die Angriffe böser Geister abwehren soll, oder um sie zu blenden. Außerdem soll der Spiegel Energie aus dem Universum für den Schamanen einfangen. Schamanen haben auch oft einen langen Stock dabei, der das Pferd (oder anderes Tier) symbolisiert, auf dessen Rücken er in andere Welten reist. Manchmal haben Schamanen auch einen Fächer um damit Geister abzuwehren. In seltenen Fällen haben Schamanen neben der Trommel noch andere Musikinstrumente, oder Masken.
„..Der Höhepunkt der Schamanentätigkeit ist der Schamanenkampf zwischen einem guten / weißen und einem bösen / schwarzen Taltos (Name der Schamanen bei den frühen Ungaren), die beide in der Gestalt eines Stieres erscheinen. Der weiße Taltos erbittet in einer Furcht vor dem Kampf menschliche Hilfe. Sie wird ihm gegeben und besteht im durchschneiden der Sehnen des Gegners. Hier zeigt sich eine Ausprägung des dunklen Weltaspektes. Der gute Taltos kämpft entweder gegen eine Krankheit, um eine Abwehr einer Naturkatastrophe oder für günstiges Wetter.

Schamanentrommel und Halluzinogene
Wenn ein anderer Bewusstseinszustand von nöten ist, hat der Schamane eine Vielzahl von Hilfsmitteln. Meistens benutzt er mehrere dieser Hilfsmittel gleichzeitig. Bei einem Ritual ist die Atmosphäre die ihn umgibt von großer Wichtigkeit. Viele Geister sind Nachts viel stärker als tagsüber. Die ihn umgebenden Menschen können seine Gebetsformeln laut wiederholen und ihm damit helfen. Kreisförmige Gemeinschaftstänze können ebenfalls Energie herbeiholen, oder den Schamanen in andere Welten befördern. Das wichtigste Instrument für die Trance ist die Schamanentrommel. Es ist wissenschaftlich bewiesen das der sich immer wiederholende Rhythmus des Trommels in einer bestimmten Frequenz tatsächlich hypnotische Zustände auslösen kann. Die Trommel wird meist auf der Höhe des Kopfes oder des Oberkörpers gehalten, die Vibrationen des Trommels wirken somit stärker auf den Körper ein. Schamanen verwenden auch oft alkoholische Getränke oder Tabak. Sie unterbrechen dann ihren Spiel auf der Trommel um diese Dinge zu konsumieren. Auch der Rauch mancher Pflanzen wie z.B. die des Wacholder's gelten als Halluzinogene, die dann ins Gesicht gepustet und eingeatmet werden. Der Rauch des Wacholder gilt sogar als heilig. Es wird geglaubt das es das Windpferd stärkt und die Geister erfreut. Ein sehr altes und starkes Hilfsmittel ist der Fliegenpilz. Der Schamane isst die getrockneten Pilze während der kurzen Unterbrechungen in seinem Ritual. Das Erklimmen des Weltenbaumes ist eines der mehreren Wege die in die Ebenen des Himmels führen. Der Weltenbaum hat neun Äste. Der Schamane stimmt beim Erklimmen des Baumes einen Obertongesang an. Bei jedem Ast den er erklommen hat erhöht er die Fußnote seines Gesanges
 

 

 Ein Schamane/Kam des sibirischen Turkvolkes der Saha (oder auch russ. Jakuten)

 

 Eine Schamanin des sibirischen Turkvolkes der Tuva

 

Volksfest der Jakuten,Jakute in traditioneller Krieger-Rüstung,links hinter ihm ein Kam oder auch Gam (Schamane) :

Junge Saha (Jakuten) Frauen bei einem Ritual

Yakutische Frau in einer Tracht:

 
     


Der türkische Schamanismus


Der türkische Schamanismus war der Glaube aller Turkvölker, bevor ein Teil dieser Völker daraus den Tengrismus entwickelte. Später schlossen sich die meisten großen Weltreligionen an. Vereinzelte noch naturverbunden lebende Stämme gehen diesem Glauben heute noch nach, beispielsweise manche Dolganen, Jakuten oder Altai-Türken. Sehr viele Bestandteile dieses Glaubens werden heute noch heimlich auch im Islam, Christentum, Judaismus ( Kiptschaken ), Buddhismus oder Taoismus der heutigen Turkvölker nebenbei als Aberglaube weitergeführt. Der Schamanismus der Türken ist geprägt von Totemismus und Ahnenverehrung. Es gibt viele Götter und Göttinnen, Geister und Dämonen. Der Himmel und die Unterwelt haben jeweils sieben Ebenen, in denen unterschiedliche Götter und Geister hausen. Der Schamane reist in seiner Traumreise in diese Ebenen und begegnet dort den Göttern und Geistern. Er ist der Mittler zwischen den Welten.

Totemismus der Türken
 

 Das höchste und von allen Stämmen verehrte Totem war der Wolf un dist noch der Wolf. Er ist das Totem, das von allen türkischen Stämmen als Ahnvater angesehen wird.

Der Tengrismus
Tengri alttürkisch: früher Himmel/Später Gott.
 

Was ist Tengrismus?
 

Der Tengrismus ist einst der Glaube aller turkischen und mongolischen Völker Zentralasiens und wurde anfangs unter dem Begriff "Schamanismus" beschrieben.


Im Tengrismus haben Frauen und Männer den gleichen Status.



Religiöse Feste/ Feiertage:
Fest: Der längste Tag des Jahres , und die Tage , an denen Hell und Dunkel gleichlange dauern(Sonnenwenden) bestimmen die wichtigsten Feiertage.
Im Frühjahr: 15.-21. März
Im Herbst: 15.-21. September

Neujahr: Das Jahr beginnt mit dem weißem Mond( beim nächsten Neumond nach dem 21. Dezember).

Das rote Sonnenfest: Es wird am auf den 21. Juni folgenden Vollmond gefeiert.

Der Himmelskörper Venus wird türkisch "Ärklik" mongolisch "Tsolman" genannt. Ärklik schickt die Meteore und Sternschuppen , die "Feuerpfeile" genannt wurden. Das Sternzeichen großer Bär wird "Doolon Obdog" genannt( Der Mann mit den sieben Tränen).
Es wurde geglaubt, dass der Himmel am Polarstern befestigt ist, und dass sich der Himmel um diesen Stern dreht.

Weißes Mondfest: Beim weißen Mondfest werden 14 Weihrauchstäbchen angezündet.Davon sieben für den Mann mit sieben Tränen(großer Bär) und sieben für die Plejaden.

GEBETE:
Sonne und Mond symbolisieren die Gegenstände Feuer und Wasser, und die Kraft Tengris. Obwohl Zeit und Ort im Tengrismus keine Rolle spielen, denn Zeit ist ein endloser Kreislauf und die Mitte des Universums, kann jederzeit überall sein, spielen Himmelskörper dennoch wichtige Rollen im Tengrismus.
Der Buyan, den man durch Anbetung des Himmels und Sonne erhalten kann, ändert sich von Zeit zu Zeit. Bei Neu.oder Vollmond kann man das meiste Buyan erhalten.

Die Schöpfung
Es gibt unter den Turkvölkern mehrere unterschiedliche Sagen über die Schöpfung. Die Verbreitetste von allen ist die vom Gott Kaira Khan. Demnach gab es am Anfang nichts außer einem riesigen Meer namens Talay. Es gab kein Land, nicht einmal Himmel, Sonne, Mond und Sterne. Kaira Khan und ein Mensch fliegen über das Wasser (in manchen Quellen in Gestalt von Schwänen oder schwarzen Wildgänsen, oder auf diesen reitend). Der Mensch hält sich für etwas Besseres als den Gott, er neckt ihn mit kleinen Späßen. Er spritzt ihm das Wasser des Meeres ins Gesicht und taucht ins Wasser, um ihm seine Mut zu demonstrieren. Er verliert die Kontrolle und ertrinkt fast. Der Gott rettet ihn aus dem Wasser und läßt plötzlich einen Felsen aus dem Meer auftaucht. Sie setzen sich darauf.

Gott versteht, dass er Land erschaffen muss. Er befiehlt dem Menschen, ins Wasser zu tauchen und aus dem Grund Sand zu holen. Der Mensch ist hinterlistig und undankbar, er ahnt das Vorhaben des Gottes und versteckt beim Holen des Sandes in seinem Mund (bzw. im Schnabel) auch ein wenig für sich selbst, um sich sein eigenes Land zu erschaffen. Er folgt dem erneutem Befehl des Gottes und verstreut den Sand auf dem Wasser. Plötzlich entstehen Inseln, die rasant wachsen und zum Land werden. Aber auch der Sand im Mund des Menschen beginnt sich zu mehren. Seine Backen werden immer dicker, er droht zu ersticken und zu sterben. Kaira Khan befiehlt ihm, den Sand auszuspucken, damit er nicht stirbt. Aus dem Ausgespucktem entstehen (hässliche, überflüssige) Berge auf dem schönen Land, das vorher nur weite ebene Steppe war. Kaira Khan spricht: Du hast gesündigt und wolltest mich betrügen. Die Gedanken der Völker, die mich verehren, werden rein sein, und sie werden sich am Sonnenlicht erfreuen. Dein Name soll Erlik werden. Die Menschen, die Sünde begehen, sollen dein Volk werden. Kaira Khan lässt einen riesigen Baum auf einem Hügel mit neun Ästen wachsen. Unter diesem Baum sitzen Törüngey und Eje, die Urahnen aller Menschen.
 

Tengrismus

Tengri wird als eine nicht personifizierte, männliche Gottheit oder als der große Geist des Himmels interpretiert. Im Tengrismus wird alles in der Natur befindliche von einem Geist bewohnt. Tengri ist der mächtigste von allen. Er gilt als der Erschaffer und Hüter des kosmischen Gleichgewichts und der natürlichen Kreisläufe. Im Gegensatz zu anderen heiligen Gestalten die von den Schamanen und in den Mythologien der tengristischen Völker sehr menschlich dargestellt beschrieben werden, gibt es keine Beschreibung oder Personifizierung von Tengri, obwohl er als der Vater von großen Herrschern und vielen anderen übernatürlichen Mächten gilt. Er wird immer als zeitloser und endloser, blauer Himmel erwähnt.

Da Tengri aber auch Himmel bedeutet, findet man dieses Wort auch in den Namen mancher anderer Objekte in der Natur, von denen die Menschen glaubten, dass diese von einem Himmelsgeist beseelt sind. Himmels-Berg, Himmels-Baum, Himmels-Felsen, Himmels-Wolf usw. Die Geister wurden in Himmels- und Erd-Wassergeister eingeteilt. Aber der eigentliche Tengri war stets im Himmel selbst.

Verehrung Tengris Jedes Ritual beginnt mit der Ehrwürdigung von Tengri, der Mutter-Erde Yer und der Ahnen. Tengri wird auch im Alltag der Menschen ständig erwähnt und gewürdigt. Wenn ein besonderes Getränk getrunken werden sollte, giest man zuerst einen Teil davon in eine Schüssel, und überreicht es dem Vater-Himmel, der Mutter-Erde und den Ahnen. Außerdem opfern Frauen regelmäßig Milch oder Tee, indem sie mit dem Getränk um das Zelt oder haus gehen und es dabei drei mal in alle vier Himmelsrichtungen verteilen. Der Einfluss Tengri's auf das Schicksal wird als Lob des Himmels bezeichnet und in alltäglichen Gesprächen ständig erwähnt.

Es gab regelmäßige Opferungen an die Berggeister und andere religiöse Feier bei denen vor allem Tengri angebetet wurde. Es gab auch ein Opferungsritual für schnelle Hilfe in dringender Not, bei dem für Tengri ein Tier geopfert wurde. Regengebete waren ebenfalls direkt an Tengri gerichtet. Sie wurden an bestimmten heiligen Orten ausgeführt, die bei den Mongolen als Oboo und bei den Türken als Oba bezeichnet wurden. Mit den mächtigen Berggeistern Kontakt aufzunehmen und das außer Kontrolle geratene Gleichgewicht wieder herzustellen war nur Schamanen gestattet, aber Tengri durfte jeder Mensch jederzeit selbstständig um Hilfe bitten.

Blitz und Donner wurden als ein Zeichen seiner Unzufriedenheit gedeutet. Manchmal wurden Blitze aber auch als Hinweis auf einen besonders spirituell starken Punkt in der Natur angesehen. An diesem Punkt vollzogen Schamanen einen Ritual, den Yohor-Tanz, um die dort entladene Energie wieder zurück ins himmlische Reich zu schicken. Man glaubte, dass vom Blitz oder von Meteoren getroffene Gegenstände mit himmlischer Energie beladen wurden. Man glaubte auch, dass Blitze, die man auch als Haar des Himmels bezeichnete, auch Getränke wie zum Beispiel Kumys mit göttlicher Energie anreicherten, die man dann in dem Glauben getrunken hat, die göttliche Energie würde damit auf den Menschen übergehen. Manche Meteoriten oder Steine, die von einem Blitz getroffen waren, wurden für das Regenzauber-Ritual verwendet.

Yer (Mutter-Erde) Prächtige Bäume, die gesund gedeihen, sind ein Zeichen dafür, dass Mutter-Erde mit den Menschen zufrieden ist. Gebete an Mutter-Erde wurden an gesunde, große Bäume gerichtet.Genau wie Tengri wurde auch Mutter-Erde (Yer, Gazar Eej oder Eje) nicht als menschenähnlich dargestellt. Sie war lediglich die fruchtbare Erde, an dessen Brust sich die Menschen geborgen fühlten und die sie ernährte. Sie wurde auch Itügen genannt. Schamaninnen bekamen oft einen Namen, der sich von Itügen ableitete (Jadgan, Utgan, Udagan usw.). Ihre Tochter Umai (tungusisch für Erde, auch Tenger Ninnian genannt) war die Göttin der Schwangeren, und Hüterin der Seelen der Ungeborenen im Weltenbaum.

Der Zustand der Bäume spiegelt die Stimmung der Mutter-Erde wieder. Wenn ein Gebet oder Ritual an sie gerichtet ist, wird das in Richtung eines besonders prächtigen Baumes vollzogen. Eine weitere Tochter von Mutter-Erde und Tengri war Golomto, der Geist des Feuers. Feuer ist ein Symbol für die Kraft der Erde und des Himmels. Ihr Licht symbolisiert das Licht des Himmels, und die Wärme die sie spendet symbolisiert die von Mutter-Erde ausgehende Geborgenheit. Genau wie die Bäume erhalten auch die Menschen Energie von Himmel und Erde.

Verehrung von Himmelskörpern Sonne und Mond symbolisieren die Gegensätze Feuer und Wasser, und die Kraft Tengris. Obwohl Zeit und Ort im Tengrismus keine große Rolle spielen, denn Zeit ist ein endloser Kreislauf und die Mitte des Universums kann jederzeit überall sein, spielen Himmelskörper dennoch wichtige Rollen im Tengrismus. Der Buyan, den man durch Anbetung des Himmels und der Sonne erhalten kann, ändert sich von Zeit zu Zeit. Bei Neu- oder Vollmond kann man das meiste Buyan erhalten. Der längste Tag des Jahres, und die Tage an denen Hell und Dunkel gleichlange dauern (Sonnenwenden) bestimmen die wichtigsten Feiertage. Das Jahr beginnt mit dem weißen Mondfest (beim nächsten Neumond nach dem 21. Dezember). Das rote Sonnen-Fest findet am auf den 21. Juni folgenden Vollmond statt.Der Himmelskörper Venus wird türkisch Ärklik, mongolisch Tsolman genannt. Sie war oft auf den Trommeln der Schamanen abgebildet. Ärklik schickt die Meteore und Sternschnuppen, die Feuerpfeile genannt wurden. Das Sternzeichen Großer Bär wird Doolon Obdog genannt, der Mann mit den sieben Tränen.

Die Plejaden galten als der Wohnort von 7 mächtigen Himmelsgeistern.Es wurde geglaubt, dass der Himmel am Polarstern befestigt ist, und dass sich der Himmel um diesen Stern dreht. Die Plejaden (alttürk.Ülker) wurden als der Wohnort von sehr mächtigen Himmelsgeistern angesehen. Diese Geister hatten sich einst versammelt um den ersten Schamanen in Gestalt eines Adlers auf die Erde zu schicken. Beim weißen Mondfest werden 14 Weihrauchstäbchen angezündet. Davon sieben für den Mann mit sieben Tränen (Großer Bär) und sieben für die Plejaden.

Drei-Welten-Kosmologie

Wie in den meisten vorzeitlichen Religionen gibt es auch im Tengrismus neben der realen irdischen Welt auch eine Oberwelt (Himmelsreich) und eine Unterwelt die durch einen Nabel der Welt miteinander verbunden sind. Im Tengrismus ist dieser Nabel der so genannte Weltenbaum.

Oberwelt und Unterwelt haben je sieben Ebenen (manchmal die Unterwelt 9, oder der Himmel 17). Schamanen kennen mehrere Eingänge in diese Welten. In diesen Ebenen (Parallelwelten) leben überirdische Wesen, die ein ähnliches Leben führen wie die irdischen Wesen auf der Erde. Auch sie haben ihre eigenen Naturgeister. Wenn sie auf die Erde kommen, sind sie für die Menschen unsichtbar. Ihre Anwesenheit wird nur manchmal durch bestimmte Anzeichen wahrnehmbar: durch ein seltsames Knistern des Feuers, durch das Bellen eines Fuchses, oder dadurch, dass ein Schamane sie sieht.

Unterwelt Die Unterwelt hat Ähnlichkeit mit der irdischen Welt, aber ihre Bewohner haben im Gegensatz zu den irdischen Wesen keine drei Seelen, sondern nur eine. Ihnen fehlt die Ami-Seele die für Körperwärme sorgt und eine Atmung erforderlich macht. Sie sind sehr blass und ihr Blut ist sehr dunkel. Unter ihnen sind Sonnenseelen mancher Menschen die auf ihre Reinkarnation warten. Sonne und Mond sind in der Unterwelt sehr viel dunkler. Auch dort gibt es Wälder, Flüsse und Siedlungsgebiete. Die Wesen der Unterwelt haben ihre eigenen Schamanen. Die Unterwelt ist das Reich des Erlik Khan (mongol. Erleg Han). Er ist der Sohn des Himmelsgottes Tengri. Die Reinkarnation der in der Unterwelt hausenden Seelen stehen unter seiner Kontrolle. Wenn eine Seele eines irdischen Wesens schon vor seinem Tod in die Unterwelt abrutscht, kann ein Schamane sie durch das Verhandeln mit Erlik Khan wieder zurückholen. Schafft er es nicht, stirbt der kranke Mensch.

Oberwelt Die Oberwelt (Himmelsreich) hat ebenfalls Ähnlichkeit mit der irdischen Welt, nur gibt es hier keine Seelen von Menschen wie in der Unterwelt. In dieser Welt ist es sehr viel heller als auf der Erde (nach einer Sage hat sie sieben Sonnen). Sie kann durch irdische Schamanen besucht werden. Hier ist die Natur noch unberührter und ihre Bewohner sind von der Tradition ihrer Ahnen nie abgewichen. Dies ist das Reich von Ülgen der ebenfalls ein Sohn des Himmelsgottes ist. An manchen Tagen geht der Eingang zum Himmelsreich einen Spalt auf, dann strahlt das Licht der Oberwelt durch die Wolken. In diesem Moment sind die Gebete des Schamanen besonders wirksam.

Der Schamane kann in Gestalt oder auf dem Rücken eines Vogels, auf dem Rücken eines Pferdes oder Hirsches, durch das Erklimmen des Weltenbaumes oder eines Regenbogens in die Oberwelt gelangen. Die Welt ist aus der Perspektive eines Tengristen nicht einfach nur dreidimensional, sondern ein geschlossener Kreislauf. Es bewegt sich alles in einem Kreislauf; Die Bewegung der Sonne, die immer wiederkehrenden Jahreszeiten und die drei Seelen aller Lebewesen, die immer wieder in die irdische Welt zurückkehren. Der Schamane ist der Mittler zwischen den Welten. Er kann durch das Erklimmen des Weltenbaumes oder durch Fliegen in die Ebenen der Oberwelt gelangen oder in den Fluss der Seelen eintauchen, und darin mit der Strömung bis zum Eingang der Unterwelt schwimmen, der im Norden liegt.

Himmelsrichtungen Früher gab es die Himmelsrichtungen; Vorne, Hinten, Links und Rechts. Vorne war Osten, doch aus unbekannten Gründen ist daraus die Bezeichnung für Süden geworden. Heute ist der Norden Hinten. Man glaubte dass im Osten die bösen, weiblichen Geister hausten die Krankheiten und Unausgeglichenheit brachten, und im Westen die guten männlichen Himmelsgeister. Mikrokosmos Jurte Das Nomadenzelt (mong.:Ger , türk.: Yurt/ Jurte) ist nicht nur die Mitte des Kosmos, sondern ist selbst ein Mikrokosmos. Die kuppelförmige Decke symbolisiert den Himmel. Der Eingang der Jurte gilt als Vorne und ist daher stets Richtung Süden ausgerichtet. Die Stelle hinter der Feuerstelle wird Hoimar genannt, dies ist die Nordseite (hinten). Hier wird ein Tisch hingestellt auf der das Totem (türk.: Ongun, mong,: Ongon) aufgestellt wird und Opfergaben für die Geister abgelegt werden. Der Sitzplatz daneben gilt als der bedeutendste Sitzplatz im Zelt. Hier nehmen Stammesälteste, Schamanen und andere ehrwürdige Gäste Platz.

Rechts ist die männliche Seite des Zeltes, hier nehmen nur Männer Platz. Waffen und andere männliche Gebrauchsgegenstände werden ebenfalls nur hier aufbewahrt.
Links (Osten) ist die weibliche Seite. Hier nehmen Frauen Platz, und weibliche Gebrauchsgegenstände wie Küchengeräte oder Kinderbetten werden hier aufbewahrt. Jugendliche halten sich in der Nähe der weiblichen Seite auf. (Im zwanzigsten Jahrhundert scheint die Ausrichtung zwischen Osten und Westen aber an Bedeutung verloren zu haben. Heute sind viele Jurten auch spiegelverkehrt eingerichtet.)
Im Zentrum der Jurte befindet sich die Feuerstelle, der heiligste Punkt. Dies ist der Platz von Golomto, die Tochter Tengris. Man muss ihr Respekt erweisen. Die Jurte ist das Zentrum im Kosmos, und Gal Golomto (die Feuerstelle-Golomtos) ist das Zentrum des Mikrokosmos Jurte. Die von der Feuerstelle aufsteigende Rauchsäule symbolisiert den Weltenbaum, und die Rauchöffnung an der Decke den Eingang ins himmlische Reich. Die imaginäre Traumreise der Schamanen beginnt meist durch diese Rauchöffnung. Entweder erklimmt der Schamane den Weltenbaum, oder er fliegt in Gestalt eines Vogels aus dieser Rauchöffnung.
Der kleine, runde Sonnenstrahl, der durch die Rauchöffnung in die Jurte fällt, bewegt sich im Uhrzeigersinn. An ihr kann man die Uhrzeit ablesen. Auch die Bewohner der Jurte bewegen sich nur im Uhrzeigersinn durch die Jurte, um das Gleichgewicht nicht zu stören. Auch die Schamanen richten sich bei ihren Bewegungen während eines Rituals immer an die Uhrzeigerrichtung.

Mit dieser Sichtweise hatten tengristische Nomaden eine ganz eigene Vorstellung von Heimat. Heimat war überall dort, wo die Jurte (türkisch Yurt = Heimat / Heim) aufgebaut wurde. Die Herrscher der Steppenreiche die im Westen lagen wurden als mächtiger und heiliger angesehen als jene, die ein Reich im Osten hatten.
Andere übernatürliche Mächte Dadurch, dass große Herrscher aufgrund der Ahnenverehrung nach ihrem Tod den Status eines Gottes erreichen, existieren von Stamm zu Stamm zusätzliche unterschiedliche heilige Ahnen die angebetet werden. Dabei werden manche zu einem hohen Himmelsgeist, der in der höchsten Ebene der Oberwelt wohnt, wie etwa der von den Altaiern verehrte Kaira Khan (oder Kara han). Manche Historiker ordnen ihn als den Vater des Oghus Khan ein, der Kara Khan hieß und ein siegreicher und mächtiger Herrscher war. Daher ist es schier unmöglich eine vollständige Liste heiliger Gestalten und Geister des Tengrismus zusammenzutragen.

Die Bekanntesten heiligen Gestalten Die wichtigsten, neben Tengri selbst verehrten sind:

Ülgen (bei Altaiern auch Adakutay, bei Jakuten Ak Toyun): Sohn Tengris. Herrscher des Himmelsreiches (Paradies).
Erlik Khan (Unterwelt: Yerlik oder Erlik): Herr der Unterwelt. Er haust in der 7. Ebene der Unterwelt in einen Schloss aus grünem Eisen. Er hat sich in der Unterwelt eine Sonne erschaffen, die dunkelrot leuchtet. Er sitzt auf einem Thron aus Silber. Ihm stehen neun gesattelte Stiere zur Verfügung. In einer Legende, die bei dem Turkvolk der Dolganen heute noch erzählt wird, soll Erlik Khan die Mammuts von der irdischen Welt in die Unterwelt geholt haben. Sie seien dazu verdammt, ein Dasein in stinkender, heißer Finsternis zu führen und dem Erlik Khan bis in alle Ewigkeit zu dienen. Wenn ein Mammut versucht, auf die Erdoberfläche zu gelangen, soll er sofort zu Eis gefrieren. Mit dieser Legende erklärten sich die Dolganen ihre gelegentlichen Funde von tiefgefrorenen, halb aus dem Dauerfrostboden der Tundra ragenden Mammuts.
Umai: ( auch Iduk Umay oder Tenger Ninnian ) Tochter Tengris. Ihr Name bedeutet auf türkisch Plazenta (Mutterkuchen). Sie ist die Beschützerin der Schwangeren und Hüterin der im Weltenbaum befindlichen, ungeborenen Seelen. Wenn ein Kind geboren werden soll, bringt Umai einen Tropfen Milch aus dem in der dritten Ebene des Himmels befindlichem Milchsee und erweckt damit das neue Leben im Kind. Umai wird manchmal auch als der Name für die Mutter-Erde selbst verwendet.
Golomto: Tochter Tengris. Herrin des Feuers.


Götter, Göttinnen und Geister

Kaira Khan: Höchster Gott. Er haust im 7. Himmel und ist der Erschaffer allen Lebens.
Erlik Khan: Gott der Unterwelt. Er haust in der 7. Ebene der Unterwelt in einen Schloss aus grünem Eisen. Er hat sich in der Unterwelt eine Sonne erschaffen, die dunkelrot leuchtet. Er sitzt in einem Thron aus Silber. Ihm stehen 9 gesattelte Stiere zur Verfügung.
Ayzit: Liebes- und Schönheitsgöttin. Sie haust in der dritten Ebene des Himmels. In den extatischen, wirren Gebeten und Gesängen der Schamanen wird ihre blendende Schönheit beschrieben.
Aykýz: Mondgöttin. Sie haust gemeinsam mit dem Mond auf der 5. Ebene des Himmels.
Ülgen: ( bei [[Altaier]n auch Adakutay,bei Jakuten Ak Toyun ) Sohn des Kaira Khan.Kriegsgott.
Körmös: Die Körmös' sind Geister mit Zauberkräften. Es gibt Gute und Böse. Sie geleiten unter anderem auch die Toten in die Unterwelt.
Alasbatir: Gott der Haustiere.
Altay Han: Ein mächtiger Geist. Er haust auf dem Gipfel eines Berges.
Ancasin: Gott der Blitze.
Andarkan: Gott des Feuers. Eine Göttin der Pflanzen, bei den alten Kirgisen trug den selben Namen.
Arah: Eines der göttlichen Richter der Unterwelt, die über sündige Menschen richten.
Ayata: Gott des Mondes. Sitzt in der 6. Ebene des Himmels.
Buncak Toyun: Bewacht gemeinsam mit Buzul Toyun den Weg der im Himmel zum Schloss des grossen Kaira Khan führt.
Gölpön Ata: Schutzgott der Schafe.
Demir Han: Ein mächtiger Berggeist.
Erdenay: Götterbote. Er überbringt Nachrichten über gute taten der Götter an die Menschen.

Kambarata: Schutzgott der Pferde.
 

Geister mit Tengrismus herrscht die animistische Vorstellung, dass alles in der Natur befindliche von einem Geist beseelt ist. Daher gibt es eine Vielzahl von Geistern die auch in Verschiedene Gruppen unterteilt werden. Diese haben je nach Sprache oder Dialekt unterschiedliche Namen.Es gibt zwei große Kategorien von Geistern: Die Himmelsgeister (Tengris / Tengers) und die Erd- Wassergeister (türk. Yer su / mongol. Gazriin Ezen). Laut Rafael Bezertinov gibt es bei den Türken 17 Tengri's und bei den Mongolen 99 Tenger's die 77 Erd- Wassergeistern gegenüberstehen. Die Himmelsgeister sind mit dem Himmel verbunden und die Erd- Wassergeister mit der Mutter-Erde. Einige sind so mächtig dass sie nicht durch einem Schamanen kontrolliert werden können, andere sind dagegen leicht zu kontrollieren. Ein Geist darf nur gestört und kontrolliert werden um das Gleichgewicht wieder herzustellen, niemals aus reiner Neugier oder wegen belangloser Dinge.

Die mächtigsten Geister sind die Tengers die an den vier Enden der vier Himmelsrichtungen existieren. Es heißt dass die West-Tenger's die Menschen, die Hunde und die essbaren Tiere erschaffen haben. Die Ost-Tenger's sollen die Adler, die Tiere die man nicht essen darf und die Geister die Krankheiten bringen erschaffen haben. Da das Gleichgewicht immer schwankt, dürfen die Ost-Tenger's nicht immer als Böse und die West-tenger's immer als gut angesehen werden.

Der wichtigste Ost-Tenger ist Erlik Khan, der Herr der Unterwelt, Bruder von Ülgen.
Usan Han, der Herr der Wassergeister, wird aus dem Süden gerufen.
Tatay Tenger wird aus dem Norden gerufen. Er ist der Herr der Stürme, Blitze und Tornados.
Die Tenger's sind sehr mächtig und können daher nicht kontrolliert werden, aber sie können während eines Schamanenrituals um Hilfe gebeten werden. Die Seelen der Menschen die ein vorbildliches Leben gelebt haben, gelangen gänzlich in den Himmel. Sie hausen dann in den Wolken und sorgen für den Regen. Es existieren außerdem noch die folgenden Geister: Tschotgors, Ozoors, Ongons, Burchans und Yer su (auch Gazriin Ezens oder Ayyy genannt).

Yer su (Gazrin Ezen, Ayy) sind Geister die einen bestimmten Berg, See, Fluss, Felsen, Baum, Dorf, Gebäude oder sogar ein ganzes Reich beherrschen. In einer alten türkischen Legende vertreiben die Yer Su einen ganzen Stamm aus ihrer Heimat, weil sie Diese durch einen Fehler gekränkt haben.
Tschotgors sind unter Anderem für physische und psychische Krankheiten und für Verwirrtheit mancher Menscher verantwortlich. Manche Tschotgor's sind die Suns-Seelen mancher Menschen die den Weg in die Unterwelt nicht gefunden haben. In diesem Fall müssen sie von einem Schamanen auf ihren Weg gebracht werden. Andere Böse Geister stehen außerhalb des Reinkarnations-Kreislaufes und leben ewig in der Natur. Sie können sich in einen guten Helfer-Geist verwandeln nachdem sie von einem Schamanen kontrolliert wurden.
Ozoors, Ongons und Burchans sind meist gute Geister aber können von Zeit zu Zeit auch Probleme bereiten. Ozoors und Ongons sind die Sud-Seelen mancher Ahnen die eine Phase lang in der Natur leben. Diese sind dem Schamanen während eines Rituals die wichtigsten Helfer.
Körmös oder Utha werden Geister genannt die einen Schamanen als zusätzliche Seele begleiten und ihn führen. Es sind ehemalige Seelen toter Schamanen. Die Körmös tragen das Wissen mehrerer Schamanen-Generationen bei sich. Es gibt sowohl gute als auch böse Körmös. Sie geleiten unter anderem auch die Seelen verstorbener zu ihrem Bestimmungsort.
Burchan's sind zu mächtig um von einem Schamanen kontrolliert zu werden. Wenn sie eine Krankheit ausgelöst haben kann man sie nur darum bitten den Kranken in Ruhe zu lassen. Nur Schamanen die einen sehr starken Geist als Helfer haben können einen Burchan kontrollieren. Danach verwandelt sich der Burchan in einen weniger starken Ongon.

Einige mächtige Geister der Altaier [Bearbeiten]Altay Han: Ein mächtiger Geist. Er haust auf dem Gipfel eines Berges.
Buncak Toyun: Bewacht gemeinsam mit Buzul Toyun den Weg der im Himmel zum Schloss des großen Kaira Khan führt.
Demir Han: Ein mächtiger Berggeist.
Talay Han: Mächtiger Berggeist.
Okto Han: Mächtiger Yer Su Berggeist.

Heilige Berge, Seen und Bäume [Bearbeiten] Der Khan Tengri bei SonnenuntergangDer Mensch im Tengrismus hat sehr großen Respekt vor der Natur. Vor den Bergen, Wäldern, Flüssen, Bäumen und allen anderen Lebewesen. Verschwendung gilt als Beleidigung gegenüber Tengri und seine Naturgeister. Der Mensch sieht seine Existenz nicht darauf ausgerichtet die Natur auszubeuten sondern lebt mit dem Bewusstsein das sein Überleben von einer intakten Umwelt abhängt. Der Mensch sieht sich zwar, ganz klar als etwas anderes als die übrigen Lebewesen, aber dennoch werden in den Mythen dieser Menschen die Tiere und sogar die Bäume als menschenähnliche und selbstständig denkende Wesen charakterisiert. In der Natur hat alles eine Seele; auch ein Wald, ein See, ein Felsen, Fluss, Berg und Bäume. Wenn der Mensch etwas aus der Natur nimmt, ist das nur möglich weil es ein Naturgeist erlaubt hat, deshalb muss er dankbar sein, diese Geister respektieren und ihnen Ehre erweisen.

Berge, Bäche, Wälder, Felsen und Bäume sind ein Teil der Mutter-Erde, aber sie sind auch die Wohnstätten der Naturgeister Yer Su. Diese Naturgeister sind ehemalige Ahnen-Geister an die sich ihre Nachfahren nicht mehr erinnern. Man sagt, dass große Berge und eindrucksvolle Bäume eine Suld-Seele haben. Die Suld-Seele ist die Seele der Menschen, der nach dem Tod des Menschen in der Natur bleibt. Man glaubt dass manche Felsen und Bäume besonders starke Geister beherbergen und reicht diesen regelmäßig Tabak oder Getränke als Opfergabe, und erweist ihnen Respekt. In der Natur Schäden zu verursachen, wie etwa Äste von Bäumen abzureißen oder diese unnötig zu fällen gelten als großes Tabu. Die verärgerten Naturgeister könnten sonst große Probleme bereiten [1]. In einer alten türkischen Sage verschenken die alten Türken einen Felsen die sie vorher seit 40 Generationen als heilig verehrt hatten an die Chinesen. Der Himmel nimmt sofort eine seltsame Farbe an, die Vögel hören auf zu singen, das Gras der Steppe verblasst und vertrocknet, Krankheiten verbreiten sich. Auf diese Weise werden sie von den Yer Su (Erd- Wassergeistern) als Strafe vertrieben.

Berggeister gelten als äußerst mächtig. Für eine erfolgreiche Jagd und eine reiche Ausbeute an pflanzlicher Nahrung werden diese Berggeister oft angebetet. Die Anbetung der Berggeister erfolgt an einer Oboo / Oba. Eine Oba ist meist eine Kuppelförmige Anhäufung die 2-3 m hoch ist, sie symbolisiert den Berg (und genau wie auch die Jurte den Kosmos mit allen seinen Bedeutungen). Jemand der daran vorbeiläuft umkreist es drei mal legt einen Stein darauf ab. Auf diese Weise stärkt der Mensch seinen Windpferd, den Geist des Berges und erhält somit Glück für seine weitere Reise. Am Oba werden viele Rituale zu Ehren Tengri's, der Mutter-Erde und der Ahnen abgehalten.
Einige heilige Berge und Seen: Khan Tengri (Kasachstan)
Ulu Taw (Kasachstan)
Altai (Gebirge); auf dem höchsten Gipfel soll der mächtige Altay Han hausen.
Issyk Kul: Heiliger See in der Ursprungslegende der Kirgisen.
Musala/Bulgarien (dieser Berg hieß Tangri bevor ihr Name durch die Osmanen in Musala (Mashallah) umgeändert wurde.)
Tien Shan (ursprünglicher Name in uighurisch Gottes Berg)

Opfergaben

Es gab zwei Arten von Opfern; blutige und unblutige Opfer. Da man glaubte, dass Tiere eine Seele besitzen, die wiedergeboren wird, durften Tiere niemals unnötig gequält werden. Deshalb mussten beim Töten eines Tieres viele strenge Regeln eingehalten werden. Beim töten eines Opfertieres durfte vor allem nicht die Ami-Seele geschädigt werden. Man glaubte das die Ami-Seele in dem Bereich vom Kopf, Kehle, Lunge und Herz seinen Platz hat deshalb musste dieser Bereich als ganzes erhalten bleiben

Blutige Opfer Blutige Opfer waren meist Pferde, Schafe, Ziegen oder Rinder. Beim Töten durfte kein Tropfen Blut vergossen und keine Knochen gebrochen werden. Das Fell musste bis auf einen Schnitt am Bauch unversehrt bleiben, ebenso der Kopf, die Lunge und das Herz. Durch den Schnitt wurde eine Hand in die Bauchhöhle eingeführt, und mit den Fingern die Herzschlagader durchtrennt (diese unblutige und schmerzlose Art der Tötung ist in der Mongolei noch heute üblich, um Tiere zu schlachten). Das Opfer wurde danach in zwei Hälften geteilt und auf zwei Feuerstellen zubereitet. Dabei achtete man darauf, wie sich der Rauch verhielt. Wenn der Rauch einer der Feuerstellen steil zum Himmel stieg, dann bedeutete dies, das diese Hälfte Tengri überlassen werden sollte. Sie wurde einfach auf dem Feuer gelassen, bis sie vollständig verbrannt war. Die Kirgisen bevorzugen Pferde auch heute noch als Opfertiere zum islamischen Opferfest.

Unblutige Opfer Unblutige Opfer waren sonstige Lebensmittel, Genussmittel, Waffen, Haushaltsgeräte und auch sportliche Veranstaltungen wie traditionelle Ringkämpfe oder Pferderennen. Zum Beispiel ging man mit einer Schüssel voll Kumys, Milch, Ayran oder Yoghurt um die Jurte, wenn es bei einem Gewitter donnerte, um damit die Götter zu besänftigen. An der Stelle, an der ein Blitz eingeschlagen war, veranstalteten junge Männer einen Ringkampf, als Opfergabe an die Götter. Das allerhäufigste Opfer ist auch heute noch die Opferung von Kumys oder Wodka. Man taucht ein Finger in das Getränkt und spritzt damit in alle Himmelsrichtungen und grüßt dabei Tengri, Mutter-Erde und die Ahnen bevor man es auf ihr Wohl trinkt.


Ahnenverehrung Die Seelen der Ahnen werden immer gemeinsam mit Vater-Himmel und Mutter-Erde gewürdigt. Der Mensch besitzt drei Seelen, die nach dem Tod unterschiedliche Schicksale haben. Eines kehrt zurück in den Himmel, eines zurück in die Erde und eines bleibt in der Natur. Die in der Natur verbliebenen Seelen der Ahnen helfen und beschützen ihren Nachfahren. Nach mehreren Generationen können diese Seelen ihre Nachfahren verlassen wenn man sie nicht mehr erwähnt, aber wenn sie regelmäßig gerufen werden bleiben sie in der Nähe. Wenn diese Seelen aber ihre Nachfahren endgültig verlassen haben werden sie zu Naturgeistern und hausen z.B. in einem Baum oder einem Stein. Schamanen riefen während eines Rituals bei dem böse Geister vertrieben werden mussten oft die Seelen der Ahnen zu Hilfe. Sie hielten sich dann in der Nähe des Totems auf.

Die Türken und die Mongolen sahen den blauen Wolf (kök böri) und den Rothirsch (maral) als ihre Ahnen an. Die Burjaten haben außerdem einen wichtigen Ahnen Namens Vater Stier. Das Mongolische Wort für Bär bedeutet auch gleichzeitig Vater. Bei den Mongolen unter Dschingis Khan war auch der Geist eines Ahnen ihr Schutzpatron. Er beschützte nicht nur das Volk sondern auch die Ehe. Bei ehemaligen Tengristischen Stämmen ist es auch heute noch gang und gäbe Fotos von Ahnen, ein Bild von Dschingis Khan oder das Stammestotem in eine besondere Ecke des Hauses zu stellen und ihr regelmäßig Ehre zu erweisen [1].

Die Herrscher (meist Khan genannt) galten als Heilige. Ihr Blut, das ebenso als heilig galt, durfte nicht vergossen werden. Der Khan wurde auch nach seinem Tod noch weiter verehrt. Er wurde manchmal zum Schutzpatron des Stammes, dem regelmäßig Opfer dargebracht wurden. Mächtige Khane erreichten nach ihren Tod den Status eines Gottes. Wenn ein Khan auf einen Beschluss der Stammesältesten hingerichtet werden musste durfte dabei sein Blut trotzdem nicht vergossen werden. Daher wurde er mit der Sehne eines Bogens erdrosselt.

Verwendung von Totems Der Wald und die Wasserwelt sind der Heimat wilder Tiere, auf die der Mensch angewiesen ist um zu überleben. Die Tiere verfügen wie der Mensch auch, über eine Ami-Seele. Diese Seele verursacht die Körperwärme und macht die Atmung erforderlich. Ihre Ami-Seelen werden innerhalb der eigenen Art wiedergeboren. Weil im Tengrismus die Tiere Seelen besitzen, haben Tiere individuelle Persönlichkeiten, eigene Sprachen und besondere Fähigkeiten.
Der große Geist Bayan Ahaa ist der Herrscher über alle Tiere. Jäger beten zu ihm bevor sie mit der Jagd beginnen. Die wichtigsten wilden Tiere sind der Wolf, der Hirsch sibirische Tiger, der Schneeleopard und der Bär. Die Burjaten nennen den Tiger Anda Bars was „bester Freund Tiger“ bedeutet und beten zu ihm um Glück in der Jagd zu haben. In Sibirien wird vor allem der Bär als der Herrscher des Wildnis angesehen. Es gibt viele spezielle Rituale die nach dem Tod eines Bären abgehalten werden um seine Seele würdig zu verabschieden.

Weil Tiere Seelen besitzen die wiedergeboren werden, gilt es beim Töten eines Tieres eine ganze Reihe von Regeln einzuhalten um nicht dessen Seele zu erzürnen. Sonst könnte der gesamte Stamm für eine lange Zeit kein Jagderfolg mehr haben, weil die Naturgeister es verhindern. Wenn ein großes Waldtier erlegt oder ein großer Fisch gefangen wurde kann es sein das der Jäger aus Trauer um dessen Seele sogar weint. In der Regel entschuldigt sich der Jäger bei der Seele des erlegten Tieres und erklärt ihm weshalb er es töten musste. Auch Haustiere werden mit angemessenem Respekt getötet. Die Kehle wird nicht durchtrennt weil dabei die Ami-Seele verwundet werden könnte. Es wurde geglaubt dass die Ami-Seele in dem Suld-Bereich Kopf, Hals, Lunge und Herz sitzt. Deshalb musste der Suld immer als Ganzes erhalten bleiben. Wenn ein Tier geopfert wurde, hat man den Suld an einer Stange aufgehängt das zum Himmel gerichtet war. Die Skelette der Bären die man verzehrte wurden im Wald an eine Stange gehängt oder auf eine Plattform gesetzt.

Im Wald muss man sich sehr vorsichtig verhalten um nicht die Geister zu verärgern. Beim Betreten des Waldes darf man nicht schreien oder rennen. Man muss sich vorsichtig bewegen wie ein Waldbewohner. Mit einem Stock zu werfen ist eine Beleidigung für Bayan Ahaa und andere Naturgeister und gilt daher als Tabu (nugeltei). Steine ins Wasser zu werfen oder zu urinieren sind ebenfalls verboten. Tiere dürfen nur dann getötet werden wenn man ihr Fleisch oder ihr Fell benötigt. Das Töten muss möglichst schnell und schmerzfrei erfolgen. Die Beute muss mit dem gesamten Stamm geteilt werden, es darf nicht gehortet werden. Wenn diese Regeln befolgt wurden glaubte man das die Naturgeister einverstanden sind.

Flüsse, Seen, Bäche und Meere sind nicht nur der Lebensraum der Wassertiere sondern auch Durchgänge für Seelen die auf der Reise zwischen den Welten unterwegs sind. Deshalb wurden manchen Wassertieren besondere Fähigkeiten zugeschrieben. Man glaubte das manche dieser Tiere mit den Geistern und Seelen in Kontakt stehen. Manche Tiere in der Natur können auch die Seelen mancher Schamanen sein die gerade eine tierische Gestalt angenommen haben um bestimmte Aufgaben zu erledigen. Es gibt eine Geschichte darüber, wie ein Jäger ein Tier erlegte, der eigentlich die Seele eines Schamanen war. Deshalb starb im selben Moment auch der Schamane mitten in seinem Ritual. Auch die Seelen der Ahnen können manchmal die Gestalt eines Tieres annehmen. Dann sind es jedoch immer Tiere die nicht gegessen werden wie z.B. Füchse, Schakale, Spinnen, Schnecken usw.

Tiere die als Totem verehrt werden dürfen nicht gejagt und nicht gegessen werden. Ihre Namen auszusprechen gilt als Tabu, deshalb werden sie im Alltag der Menschen unter anderen Namen beschrieben. Bei den Mongolen sind es vor allem der blaue Wolf und der Rothirsch. Bei den Türken ist es meistens der Wolf. Auch der Adler gilt als ein wichtiges Totem.Die Seelen der Tiere sind manchmal Lehrer und manchmal Lotsen für die Schamanen. Nach einer Jakutischer Sitte stellen sich zwei Schamanen die sich kennenlernen zuerst ihre Krafttiere gegenseitig vor. Während eines Rituals nimmt der Schamane den Gestalt seines Krafttieres an [1].

Windpferd
Das nationale Windpferd (mongol. Hiimori) der Mongolei ist auf dem Wappen der Mongolei als besonders stark dargestellt.Die persönliche, geistige Kraft eines Menschen wird als Windpferd bezeichnet, welches sich in der Brust befindet. Je nachdem wie der Mensch sich und seine Umwelt im Gleichgewicht hält, ist sie bei jedem unterschiedlich groß. Ein sehr starkes Windpferd bewirkt dass ein Mensch sehr klar denkt, sehr vorausschauend ist und stets die richtigen Entscheidungen trifft. Wenn der Mensch seine Kraft für böse Absichten einsetzt und damit das Gleichgewicht stört schwächt das Windpferd ab. Deshalb neigen böse Menschen irgendwann auch zur Selbstzerstörung (vergleichbar mit Karma). Man kann es mit täglichen kleinen Ritualen stärken. Zum Beispiel indem man dem Himmel, der Erde und den Ahnen einen Opfergetränk darbringt, oder betet.

Während eines Rituals kann der Schamane seinen Windpferd erhöhen indem er das Rauch von bestimmten Kräutern inhaliert, und/oder Tieropfer darbringt.

Buyanhischig/Buyan ist eine ähnliche Angelegenheit. Man könnte es mit einem Bankkonto vergleichen. Je nach Verhalten eines Menschen mehrt und reduziert sich der Buyan. Durch nicht beachten von Tabus, durch Respektlosigkeit den Ahnen gegenüber, durch das sinnlose Töten von Tieren werden die Naturgeister erzürnt und der Buyan schwächt ab.In dem Bewusstsein dass das stärken des Windpferdes und des Buyan's, die Lebensqualität und den Schicksal bestimmen, folgen die Menschen im Tengrismus einer Reihe von Verhaltensregeln dass letztendlich zu einem harmonischen Leben der Menschen miteinander, aber auch der Menschen mit der Natur führt. Die mehreren Seelen des Menschen [Bearbeiten]Jeder Mensch und jedes Tier besitzen mehrere Seelen. Man glaubte dass ein Mensch mindestens drei Seelen besaß. (Samojeden stellen hier eine Ausnahme dar. Sie glaubten dass Frauen über vier und Männer über fünf Seelen verfügten). Tiere besitzen zwei Seelen: die Ami-Seele und die Suns-Seele; eines davon wird wiedergeboren. Da Tiere eine Seele haben die wiedergeboren wird muss man respektvoll mit Tieren umgehen.

Die drei Seelen des Menschen
Özüt-Seele (auch Suld-): Bleibt nach dem Tod des Menschen in der Natur.
Ami-Seele: reinkarniert
Suns-Seele (auch Süne): reinkarniert
Alle drei Seelen befinden sich innerhalb des Energiefeldes eines Menschen. Die am meisten lebenswichtige Seele ist die Suld-Seele. Wenn sie den Körper verlässt ist der Tod unumgänglich. Die anderen beiden Seelen können unter Umständen den Körper kurzfristig verlassen und dabei manchmal Bewusstlosigkeit verursachen. Ami- und Suns-Seele müssen sich immer an entgegengesetzten Enden des Körpers aufhalten um das Befinden im Gleichgewicht zu halten. Wenn sie sich aus irgendwelchen Gründen schneller bewegen lösen sie erhöhten Blutdruck aus. Auf die selbe Weise gab es Erklärungen und Heilmethoden für sämtliche andere Krankheiten, die auf die Launen der drei Seelen und der Stärke des Windpferdes zurückgeführt wurden.

Die Ami-Seele hängt mit der Atmung zusammen und die Suns-Seele mit Wasser. Die Suns-Seele benutzt Wasserwege um sich außerhalb eines Körpers fortzubewegen. Der im Süden liegende Weltenbaum ist die Verbindung zwischen irdischer Welt und Himmelreich. Der Weltenfluss der Richtung Norden fließt ergießt sich in die Unterwelt. Die Suns-Seelen werden immer wieder geboren und kehren zurück auf die Welt. Es gibt unterschiedliche Mythen über den gesamten Kreislauf der Seelen. In der meist erzählten Version, herrscht Umai über die im Weltenbaum befindlichen Ami-Seelen, diese gelangen an der Quelle des Weltenflusses auf die Erdoberfläche. Bei einer Geburt schwimmt die Seele die wiedergeboren werden soll durch den Fluss und dringt in das Neugeborene Baby. Wenn ein Mensch stirbt taucht die Suns-Seele ins Weltenfluss und schwimmt mit dessen Strömung bis in die Unterwelt. Die Ami-Seele verwandelt sich in einen Vogel und fliegt zurück zum Weltenbaum. Um wiedergeboren zu werden muss die Suns-Seele die Quelle des Weltenflusses erreichen oder die Milchstraße überqueren um den Punkt im Süden zu erreichen an der sich Himmelsreich und Mittelerde berühren. Dieser Kreislauf der Seelen, ist im Prinzip das Gleiche wie der Wasserkreislauf in der Natur. Wasser regnet von Himmel herab und sickert durch die Erde, kommt dann als Quellwasser ans Tageslicht (auch Bäche sind Eingänge in die Unterwelt). Letztendlich gelangt das Wasser in die Meere wo es wieder verdunstet und den Himmel erreicht von der es wieder herabregnet. Die Seelen fließen ebenfalls mit dem Weltenfluss ins Meer und kehren zur Quelle zurück um wiedergeboren zu werden.

Tengrismus heute

Flagge Kasachstans Flagge der Gagausen Die Flagge der Republik Altai Gökbayrak: Himmelsflagge. Panturkistisches Symbol und Flagge der Uighuren im Westen der Volksrepublik China Seit dem Zerfall der UdSSR wuchs das Interesse der Turkvölker Zentralasiens nach ihrer eigenen Vergangenheit und damit auch das Interesse am Tengrismus. Dies wurde in den 1990ern vor allem in Tatarstan und Russland und kurz danach auch in Kirgistan deutlich. Zuerst war von Bizneng-Yul (tatar. Unser Weg) und später von Tengirchilik (Tengrismus) die Rede. Mit der Zeit wurde die Bewegung institutionalisiert und organisiert. So entstand 1997 die tengristische Gesellschaft in Bischkek, dem nach offiziellen Angaben 500 000 Mitglieder angehören. Eine andere Organisation mit dem Namen Tengir-Ordo Foundation ist ein internationales Zentrum zur Erforschung des Tengrismus. Beide Organisationen werden von Dastan Sarygulov geleitet, der gleichzeitig auch ein Abgeordneter des kirgisischen Parlaments ist. Diese Bewegung trug mit einer Aufklärungskampagne dazu bei, dass auch in Kasachstan und anderen Turkrepubliken Interesse am Tengrismus erwachte. Die Ministerpräsidenten von Kasachstan und Kirgistan; Nursultan Nazarbayev und Askar Akayev erwähnen seitdem den Tengrismus immer wieder als den natürlichen und nationalen Glauben aller Turkvölker

In der Mongolei heißt die Organisation des Tengrismus Golomt Center for Shamanist Studies. Diese Organisation wendet sich mit ihrer Aufklärungsarbeit, in der Hoffnung den Tengrismus auch im Westen zu verbreiten auch an die westliche Welt Einige der antreibenden Kräfte dabei sind z.B. Dr. Sendenjaviin Dulam oder Prof. Dr. Schagdaryn die in weltweiten Universitäten Vorträge über den Tengerismus halten, und sich für Interviews zur Verfügung stellen.Die Verwendung von tengristischen Symbolen wie etwa die himmelsblaue Farbe oder die Abbildungen von alten Totemtieren scheinen in Zentralasien als nationale oder panturkistische Symbole wieder an Popularität zu gewinnen.Bei den Jakuten ist eine moderne Version des Tengrismus verbreitet, die sie Ayy nennen. Und auch in der Türkei scheint sich der Gök Tanry Dini, Tanricilik oder Tengricilik vor allem in intellektuellen Kreisen immer weiter zu verbreiten.

 

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