Schamanismus
Eine Kurzfassung über meine Schamanenwerdung?
Vor vielen Jahren an einem 14 März um19 Uhr ganz
plötzlich tauchte die Seele eines alten Schamanen auf,
versetzte mich in einen Zustand der Bewusstlosigkeit
die exakt 6 Tage dauerte. In diesem Zustand hatte ich
eine Vision, in dieser Vision musste ich entscheiden
ob ich Schamane werden möchte. Nach dem ich
einverstanden war begegnete ich dem Totem-Tier ( Wolf
) meines Vorfahrens. Er hatte ein Zeichen auf seinem
Stirn. Er führte mich zu dem Baum, von dessen Rinde
ich den Rahmen meines Trommels fertigen musste.
Nach 6 Tage später erwachte ich aus der
Bewusstlosigkeit, ging in den Wald, fand das Tier und
den Baum aus meiner Vision und fertigte meine Trommel
aus dem Fell des Tieres und der Rinde des Baumes. Am
20 Juni um 19 Uhr bereitete man eine brühe aus
verschiedenen Pflanzenwurzeln und blättern. Man sagte
mir, ich soll es trinken! Nach ungefähr eine Stunde
später wurde ich in eine andere Dimension
transportiert. Es kam eine Seele der mir sagte das er
meine Helfer sei. Er führte mich in das Himmelsreich
und zerlegte meinen Körper in Einzelteile. Diese Teile
müssten wieder zusammen geflickt werden damit ich mit
neuen Schamanen-Kräften auf die Erde zurückkehren
konnte. Am 21 Juni um 7. 00 Uhr früh kam ich wieder
auf die Erde.
Nach dem ereichen meines 25 Lebensalter habe ich mich
für den Rest meines Lebens Entschieden den
Spirituellen weg zu gehen. In den letzten zwanzig
Jahren habe ich auch vielen Menschen mit belastenden
Familienthemen, Liebe und Partnerschaftskonflikten,
Schwierigkeiten in der Arbeit, Beruf und Karriere
bereichen erfolgreich geholfen und viele Probleme
langfristig gelöst. Auch Dir werde ich meine Hilfe
anbieten.
Schamanismus bei Türkvölker
Der Schamane (Kam) gilt selber nicht als heiliger Mensch. Er
genießt lediglich den Respekt der Menschen weil er mit den Geistern in
Verbindung steht. Daher darf er nicht etwa mit einem Priester verglichen
werden. Für die tägliche Ehrung Tengri's (Gott) und der Geister wird auch
kein Schamane benötigt. Die Aufgaben des Schamanen bestehen meistens nur
darin, das außer Kontrolle geratene Gleichgewicht wieder herzustellen und
Krankheiten zu heilen. Es gibt unterschiedlich starke Schamanen. Je nachdem
über welche Hilfsgeister sie verfügen, haben sie unterschiedliche
Fähigkeiten. Man unterscheidet zwischen weißen und schwarzen Schamanen.
Schamanen tragen ein Gewand, das Manyak genannt wird. Es muss aus Fellen von
bestimmten Tieren hergestellt werden. Es ist mit Knochen und Federn
bestückt, die ihre Bedeutungen haben. Schamanen und Schamaninnen haben
unterschiedliche Kompetenzen. Ein Schamane kann nur bis zur dritten Ebene
des Himmels gelangen, aber eine Schamanin bis zur fünften Ebene. Bei manchen
Regionen dürfen Frauen keine Schamanen werden, weil sie während der
Menstruation als unrein gelten. Es gibt so genannte weiße und schwarze
Schamanen, die unterschiedliche Heilkräfte haben. Sie tragen entweder helle
oder dunkle Manyaks. Schamanen werden nach ihren Tod zum Körmöz (Geister mit
Zauberkräften.
|
Schamanenwerdung
Die Schamanen und Schamaninnen
Erlik Khan den ersten Schamanentrommel gebaut und den erste
Schamanenritual vollzogen. Das was die Schamanen von anderen Menschen
unterscheidet ist, dass sie über die Seele eines verstorbenen anderen
Schamanen verfügen. Diese (utha- / Körmös-)Seele begleitet den Schamanen und
hilft ihm. In der Regel taucht die Seele eines alten Schamanen eines Tages
plötzlich auf versetzt den Auserwählten in einen Zustand der
Bewusstlosigkeit (Mediziner sprechen hierbei von einer Katalepsie, dass
manchmal sogar mehrere Tage andauert). In diesem Zustand hat der Auserwählte
eine Vision, in dieser Vision muss er sich entscheiden ob er wirklich ein
Schamane werden möchte. Der Auserwählte begegnet dem Totem-Tier des Stammes.
Dieses Tier hat meist ein
Zeichen auf seinem Stirn. Es führt ihn zu dem Baum, von dessen Rinde er den
Rahmen seines Trommels fertigen muss. Wenn er aus der Bewusstlosigkeit
erwacht, geht der Auserwählte in den Wald, findet das Tier und den Baum aus
seiner Vision und fertigt seine Trommel aus dem Fell des Tieres und der
Rinde des Baumes. Die Seele des Hilfsschamanen führt den Auserwählten in das
Himmelsreich und zerlegt seinen Körper in Einzelteile. Diese Teile müssen
wieder zusammengeflickt werden damit er mit neuen Schamanen-Kräften auf die
Erde zurückkehren kann. Wenn er sich weigert ein Schamane zu werden, stirbt
er in seiner Katalepsie und wacht nie wieder auf. Ein anderer Schamane der
gerufen wird um dem „Kranken“ zu helfen erkennt sofort dass dieser nicht
wirklich Krank ist, sondern zur Schamanenwerdung berufen wurde.
|
Aufgaben des Schamanen
-
Kommunikation mit Gott und ihn
dienenden hohe Geistigen Energie
Wessen. Seiner Botschaften
verbereiten.
-
Wahrsagen: Er ladet einen Geist dazu ein in seinen Körper zu dringen. Der
Geist spricht dann aus dem Körper des Schamanen
-
Regen-Ritual und Blitz-Ritual: Er muss die Energie der eingeschlagenen
Blitze wieder in den Himmel schicken um das Gleichgewicht in der Natur zu
wahren, und in Trockenzeiten um Regen beten/bzw. zaubern
-
Oba-Ritual: Kann mehrere Tage dauern, und ist für das Wohl des ganzen
Stammes von Bedeutung
-
Krafttiere aktivieren
-
Geistige und Körperliche Krankheiten zu erkennen
und heilen
-
Verstorbene Seelen kontaktieren oder störende
Energien aufspüren. Transformierung mit Hilfe von
kosmischen Energien bei anhaftenden verstorbene Seelen – liebevolle
Begleitung „ins Licht“
-
Familienverstrickungen, alte Muster von Hass etc.,
Geschehnisse von einem Ort klären fremde Seelenanteile werden ihrem Ursprung
zugewiesen
-
Aussöhnung in Bezug auf die Vergangenheit
(mit Familie, der betroffenen „besetzten“ Person, aller Beteiligten
-
Belebung des befreiten Individuums (Mensch, Tier)
oder Ortes Raum, Gebäude, Wohngebiet. Der entstandene „Leerraum“, der zuvor
besetzt war, wird aufgefüllt mit göttliche Energien Aufbau eines „Schutzes“,
um neuen Energien die „Zuflucht“ zu untersagen
Der Schamane tanzt und singt
während seiner Arbeit und spielt dabei auf seiner Trommel und gibt sich
damit selbst den Rhythmus für seine Bewegungen. Seine Kutte und seine Onguns
(Totems) beherbergen die Geister die ihm bei seiner Arbeit helfen. Der
Schamane hat auch oft einen kleinen runden Spiegel auf seiner Brust, der die
Angriffe böser Geister abwehren soll, oder um sie zu blenden. Außerdem soll
der Spiegel Energie aus dem Universum für den Schamanen einfangen. Schamanen
haben auch oft einen langen Stock dabei, der das Pferd (oder anderes Tier)
symbolisiert, auf dessen Rücken er in andere Welten reist. Manchmal haben
Schamanen auch einen Fächer um damit Geister abzuwehren. In seltenen Fällen
haben Schamanen neben der Trommel noch andere Musikinstrumente, oder Masken.
„..Der Höhepunkt der Schamanentätigkeit ist der Schamanenkampf zwischen
einem guten / weißen und einem bösen / schwarzen Taltos (Name der Schamanen
bei den frühen Ungaren), die beide in der Gestalt eines Stieres erscheinen.
Der weiße Taltos erbittet in einer Furcht vor dem Kampf menschliche Hilfe.
Sie wird ihm gegeben und besteht im durchschneiden der Sehnen des Gegners.
Hier zeigt sich eine Ausprägung des dunklen Weltaspektes. Der gute Taltos
kämpft entweder gegen eine Krankheit, um eine Abwehr einer Naturkatastrophe
oder für günstiges Wetter.
Schamanentrommel und Halluzinogene
Wenn ein anderer Bewusstseinszustand von nöten ist, hat der Schamane eine
Vielzahl von Hilfsmitteln. Meistens benutzt er mehrere dieser Hilfsmittel
gleichzeitig. Bei einem Ritual ist die Atmosphäre die ihn umgibt von großer
Wichtigkeit. Viele Geister sind Nachts viel stärker als tagsüber. Die ihn
umgebenden Menschen können seine Gebetsformeln laut wiederholen und ihm
damit helfen. Kreisförmige Gemeinschaftstänze können ebenfalls Energie
herbeiholen, oder den Schamanen in andere Welten befördern. Das wichtigste
Instrument für die Trance ist die Schamanentrommel. Es ist wissenschaftlich
bewiesen das der sich immer wiederholende Rhythmus des Trommels in einer
bestimmten Frequenz tatsächlich hypnotische Zustände auslösen kann. Die
Trommel wird meist auf der Höhe des Kopfes oder des Oberkörpers gehalten,
die Vibrationen des Trommels wirken somit stärker auf den Körper ein.
Schamanen verwenden auch oft alkoholische Getränke oder Tabak. Sie
unterbrechen dann ihren Spiel auf der Trommel um diese Dinge zu konsumieren.
Auch der Rauch mancher Pflanzen wie z.B. die des Wacholder's gelten als
Halluzinogene, die dann ins Gesicht gepustet und eingeatmet werden. Der
Rauch des Wacholder gilt sogar als heilig. Es wird geglaubt das es das
Windpferd stärkt und die Geister erfreut. Ein sehr altes und starkes
Hilfsmittel ist der Fliegenpilz. Der Schamane isst die getrockneten Pilze
während der kurzen Unterbrechungen in seinem Ritual.
Das Erklimmen des Weltenbaumes ist eines der mehreren Wege die in die Ebenen
des Himmels führen. Der Weltenbaum hat neun Äste. Der Schamane stimmt beim
Erklimmen des Baumes einen Obertongesang an. Bei jedem Ast den er erklommen
hat erhöht er die Fußnote seines Gesanges
|
Ein
Schamane/Kam des sibirischen Turkvolkes der Saha (oder auch russ.
Jakuten)
|
Eine
Schamanin des sibirischen Turkvolkes der Tuva
|
Volksfest
der Jakuten,Jakute in traditioneller Krieger-Rüstung,links hinter ihm
ein Kam oder auch Gam (Schamane) : |
|
Junge Saha (Jakuten) Frauen bei einem Ritual |
Yakutische Frau in einer
Tracht: |
|
| |
|
|
Der türkische Schamanismus
Der türkische Schamanismus war der Glaube aller Turkvölker, bevor ein Teil
dieser Völker daraus den Tengrismus entwickelte. Später schlossen sich die
meisten großen Weltreligionen an. Vereinzelte noch naturverbunden lebende
Stämme gehen diesem Glauben heute noch nach, beispielsweise manche Dolganen,
Jakuten oder Altai-Türken. Sehr viele Bestandteile dieses Glaubens werden
heute noch heimlich auch im Islam, Christentum, Judaismus ( Kiptschaken ),
Buddhismus oder Taoismus der heutigen Turkvölker nebenbei als Aberglaube
weitergeführt. Der Schamanismus der Türken ist geprägt von Totemismus und
Ahnenverehrung. Es gibt viele Götter und Göttinnen, Geister und Dämonen. Der
Himmel und die Unterwelt haben jeweils sieben Ebenen, in denen
unterschiedliche Götter und Geister hausen. Der Schamane reist in seiner
Traumreise in diese Ebenen und begegnet dort den Göttern und Geistern. Er
ist der Mittler zwischen den Welten.
Totemismus der
Türken
Das höchste und von
allen Stämmen verehrte Totem war der Wolf un
dist noch der Wolf.
Er ist das Totem, das von allen türkischen
Stämmen als Ahnvater angesehen wird.
Der Tengrismus
Tengri alttürkisch: früher Himmel/Später
Gott.
Was ist Tengrismus?
Der Tengrismus
ist einst der Glaube aller turkischen und
mongolischen Völker Zentralasiens und wurde
anfangs unter dem Begriff "Schamanismus"
beschrieben.
Im Tengrismus haben Frauen und Männer den
gleichen Status.
Religiöse Feste/ Feiertage:
Fest: Der längste Tag des Jahres , und die
Tage , an denen Hell und Dunkel gleichlange
dauern(Sonnenwenden) bestimmen die
wichtigsten Feiertage.
Im Frühjahr: 15.-21. März
Im Herbst: 15.-21. September
Neujahr: Das Jahr beginnt mit dem weißem
Mond( beim nächsten Neumond nach dem 21.
Dezember).
Das rote Sonnenfest: Es wird am auf den 21.
Juni folgenden Vollmond gefeiert.
Der Himmelskörper Venus wird türkisch "Ärklik"
mongolisch "Tsolman" genannt. Ärklik schickt
die Meteore und Sternschuppen , die
"Feuerpfeile" genannt wurden. Das
Sternzeichen großer Bär wird "Doolon Obdog"
genannt( Der Mann mit den sieben Tränen).
Es wurde geglaubt, dass der Himmel am
Polarstern befestigt ist, und dass sich der
Himmel um diesen Stern dreht.
Weißes Mondfest: Beim weißen Mondfest werden
14 Weihrauchstäbchen angezündet.Davon sieben
für den Mann mit sieben Tränen(großer Bär)
und sieben für die Plejaden.
GEBETE:
Sonne und Mond symbolisieren die Gegenstände
Feuer und Wasser, und die Kraft Tengris.
Obwohl Zeit und Ort im Tengrismus keine
Rolle spielen, denn Zeit ist ein endloser
Kreislauf und die Mitte des Universums, kann
jederzeit überall sein, spielen
Himmelskörper dennoch wichtige Rollen im
Tengrismus.
Der Buyan, den man durch Anbetung des
Himmels und Sonne erhalten kann, ändert sich
von Zeit zu Zeit. Bei Neu.oder Vollmond kann
man das meiste Buyan erhalten.
Die Schöpfung
Es gibt unter den Turkvölkern mehrere
unterschiedliche Sagen über die Schöpfung.
Die Verbreitetste von allen ist die vom Gott
Kaira Khan.
Demnach gab es am Anfang nichts außer einem
riesigen Meer namens Talay. Es gab kein
Land, nicht einmal Himmel, Sonne, Mond und
Sterne. Kaira Khan und ein Mensch fliegen
über das Wasser (in manchen Quellen in
Gestalt von Schwänen oder schwarzen
Wildgänsen, oder auf diesen reitend). Der
Mensch hält sich für etwas Besseres als den
Gott, er neckt ihn mit kleinen Späßen. Er
spritzt ihm das Wasser des Meeres ins
Gesicht und taucht ins Wasser, um ihm seine
Mut zu demonstrieren. Er verliert die
Kontrolle und ertrinkt fast. Der Gott rettet
ihn aus dem Wasser und läßt plötzlich einen
Felsen aus dem Meer auftaucht. Sie setzen
sich darauf.
Gott versteht, dass er Land erschaffen muss.
Er befiehlt dem Menschen, ins Wasser zu
tauchen und aus dem Grund Sand zu holen. Der
Mensch ist hinterlistig und undankbar, er
ahnt das Vorhaben des Gottes und versteckt
beim Holen des Sandes in seinem Mund (bzw.
im Schnabel) auch ein wenig für sich selbst,
um sich sein eigenes Land zu erschaffen. Er
folgt dem erneutem Befehl des Gottes und
verstreut den Sand auf dem Wasser. Plötzlich
entstehen Inseln, die rasant wachsen und zum
Land werden. Aber auch der Sand im Mund des
Menschen beginnt sich zu mehren. Seine
Backen werden immer dicker, er droht zu
ersticken und zu sterben. Kaira Khan
befiehlt ihm, den Sand auszuspucken, damit
er nicht stirbt. Aus dem Ausgespucktem
entstehen (hässliche, überflüssige) Berge
auf dem schönen Land, das vorher nur weite
ebene Steppe war. Kaira Khan spricht: Du
hast gesündigt und wolltest mich betrügen.
Die Gedanken der Völker, die mich verehren,
werden rein sein, und sie werden sich am
Sonnenlicht erfreuen. Dein Name soll Erlik
werden. Die Menschen, die Sünde begehen,
sollen dein Volk werden. Kaira Khan lässt
einen riesigen Baum auf einem Hügel mit neun
Ästen wachsen. Unter diesem Baum sitzen
Törüngey und Eje, die Urahnen aller
Menschen.
Tengrismus
Tengri wird als eine nicht
personifizierte, männliche Gottheit oder als der große Geist des Himmels
interpretiert. Im Tengrismus wird alles in der Natur befindliche von einem
Geist bewohnt. Tengri ist der mächtigste von allen. Er gilt als der
Erschaffer und Hüter des kosmischen Gleichgewichts und der natürlichen
Kreisläufe. Im Gegensatz zu anderen heiligen Gestalten die von den Schamanen
und in den Mythologien der tengristischen Völker sehr menschlich dargestellt
beschrieben werden, gibt es keine Beschreibung oder Personifizierung von
Tengri, obwohl er als der Vater von großen Herrschern und vielen anderen
übernatürlichen Mächten gilt. Er wird immer als zeitloser und endloser,
blauer Himmel erwähnt.
Da Tengri aber auch Himmel bedeutet, findet man dieses Wort auch in den
Namen mancher anderer Objekte in der Natur, von denen die Menschen glaubten,
dass diese von einem Himmelsgeist beseelt sind. Himmels-Berg, Himmels-Baum,
Himmels-Felsen, Himmels-Wolf usw. Die Geister wurden in Himmels- und
Erd-Wassergeister eingeteilt. Aber der eigentliche Tengri war stets im
Himmel selbst.
Verehrung Tengris Jedes Ritual beginnt mit der
Ehrwürdigung von Tengri, der Mutter-Erde Yer und der Ahnen. Tengri wird auch
im Alltag der Menschen ständig erwähnt und gewürdigt. Wenn ein besonderes
Getränk getrunken werden sollte, giest man zuerst einen Teil davon in eine
Schüssel, und überreicht es dem Vater-Himmel, der Mutter-Erde und
den Ahnen. Außerdem opfern Frauen regelmäßig Milch oder Tee, indem sie mit
dem Getränk um das Zelt oder haus gehen und es dabei drei mal in alle vier
Himmelsrichtungen verteilen. Der Einfluss Tengri's auf das Schicksal wird
als Lob des Himmels bezeichnet und in alltäglichen Gesprächen ständig
erwähnt.
Es gab regelmäßige Opferungen an die Berggeister und andere religiöse Feier
bei denen vor allem Tengri angebetet wurde. Es gab auch ein Opferungsritual
für schnelle Hilfe in dringender Not, bei dem für Tengri ein Tier geopfert
wurde. Regengebete waren ebenfalls direkt an Tengri gerichtet. Sie wurden an
bestimmten heiligen Orten ausgeführt, die bei den Mongolen als Oboo und bei
den Türken als Oba bezeichnet wurden. Mit den mächtigen Berggeistern Kontakt
aufzunehmen und das außer Kontrolle geratene Gleichgewicht wieder
herzustellen war nur Schamanen gestattet, aber Tengri durfte jeder Mensch
jederzeit selbstständig um Hilfe bitten.
Blitz und Donner wurden als ein Zeichen seiner
Unzufriedenheit gedeutet. Manchmal wurden Blitze aber auch als Hinweis auf
einen besonders spirituell starken Punkt in der Natur angesehen. An diesem
Punkt vollzogen Schamanen einen Ritual, den Yohor-Tanz, um die dort
entladene Energie wieder zurück ins himmlische Reich zu schicken. Man
glaubte, dass vom Blitz oder von Meteoren getroffene Gegenstände mit
himmlischer Energie beladen wurden. Man glaubte auch, dass Blitze, die man
auch als Haar des Himmels bezeichnete, auch Getränke wie zum Beispiel Kumys
mit göttlicher Energie anreicherten, die man dann in dem Glauben getrunken
hat, die göttliche Energie würde damit auf den Menschen übergehen. Manche
Meteoriten oder Steine, die von einem Blitz getroffen waren, wurden für das
Regenzauber-Ritual verwendet.
Yer (Mutter-Erde) Prächtige Bäume, die gesund
gedeihen, sind ein Zeichen dafür, dass Mutter-Erde mit den Menschen
zufrieden ist. Gebete an Mutter-Erde wurden an gesunde, große Bäume
gerichtet.Genau wie Tengri wurde auch Mutter-Erde (Yer, Gazar Eej oder Eje)
nicht als menschenähnlich dargestellt. Sie war lediglich die fruchtbare
Erde, an dessen Brust sich die Menschen geborgen fühlten und die sie
ernährte. Sie wurde auch Itügen genannt. Schamaninnen bekamen oft einen
Namen, der sich von Itügen ableitete (Jadgan, Utgan, Udagan usw.). Ihre
Tochter Umai (tungusisch für Erde, auch Tenger Ninnian genannt) war die
Göttin der Schwangeren, und Hüterin der Seelen der Ungeborenen im
Weltenbaum.
Der Zustand der Bäume spiegelt die Stimmung der Mutter-Erde wieder. Wenn ein
Gebet oder Ritual an sie gerichtet ist, wird das in Richtung eines besonders
prächtigen Baumes vollzogen. Eine weitere Tochter von Mutter-Erde und Tengri
war Golomto, der Geist des Feuers. Feuer ist ein Symbol für die Kraft der
Erde und des Himmels. Ihr Licht symbolisiert das Licht des Himmels, und die
Wärme die sie spendet symbolisiert die von Mutter-Erde ausgehende
Geborgenheit. Genau wie die Bäume erhalten auch die Menschen Energie von
Himmel und Erde.
Verehrung von Himmelskörpern Sonne und Mond
symbolisieren die Gegensätze Feuer und Wasser, und die Kraft Tengris. Obwohl
Zeit und Ort im Tengrismus keine große Rolle spielen, denn Zeit ist ein
endloser Kreislauf und die Mitte des Universums kann jederzeit überall sein,
spielen Himmelskörper dennoch wichtige Rollen im Tengrismus. Der Buyan, den
man durch Anbetung des Himmels und der Sonne erhalten kann, ändert sich von
Zeit zu Zeit. Bei Neu- oder Vollmond kann man das meiste Buyan erhalten. Der
längste Tag des Jahres, und die Tage an denen Hell und Dunkel gleichlange
dauern (Sonnenwenden) bestimmen die wichtigsten Feiertage. Das Jahr beginnt
mit dem weißen Mondfest (beim nächsten Neumond nach dem 21. Dezember). Das
rote Sonnen-Fest findet am auf den 21. Juni folgenden Vollmond statt.Der
Himmelskörper Venus wird türkisch Ärklik, mongolisch Tsolman genannt. Sie
war oft auf den Trommeln der Schamanen abgebildet. Ärklik schickt die
Meteore und Sternschnuppen, die Feuerpfeile genannt wurden. Das Sternzeichen
Großer Bär wird Doolon Obdog genannt, der Mann mit den sieben Tränen.
Die Plejaden galten als der Wohnort von 7 mächtigen Himmelsgeistern.Es wurde
geglaubt, dass der Himmel am Polarstern befestigt ist, und dass sich der
Himmel um diesen Stern dreht. Die Plejaden (alttürk.Ülker) wurden als der
Wohnort von sehr mächtigen Himmelsgeistern angesehen. Diese Geister hatten
sich einst versammelt um den ersten Schamanen in Gestalt eines Adlers auf
die Erde zu schicken. Beim weißen Mondfest werden 14 Weihrauchstäbchen
angezündet. Davon sieben für den Mann mit sieben Tränen (Großer Bär) und
sieben für die Plejaden.
Drei-Welten-Kosmologie
Wie in den meisten vorzeitlichen Religionen gibt
es auch im Tengrismus neben der realen irdischen Welt auch eine Oberwelt
(Himmelsreich) und eine Unterwelt die durch einen Nabel der Welt miteinander
verbunden sind. Im Tengrismus ist dieser Nabel der so genannte Weltenbaum.
Oberwelt und Unterwelt haben je sieben Ebenen
(manchmal die Unterwelt 9, oder der Himmel 17). Schamanen kennen mehrere
Eingänge in diese Welten. In diesen Ebenen (Parallelwelten) leben
überirdische Wesen, die ein ähnliches Leben führen wie die irdischen Wesen
auf der Erde. Auch sie haben ihre eigenen Naturgeister. Wenn sie auf die
Erde kommen, sind sie für die Menschen unsichtbar. Ihre Anwesenheit wird nur
manchmal durch bestimmte Anzeichen wahrnehmbar: durch ein seltsames Knistern
des Feuers, durch das Bellen eines Fuchses, oder dadurch, dass ein Schamane
sie sieht.
Unterwelt Die Unterwelt hat Ähnlichkeit mit der
irdischen Welt, aber ihre Bewohner haben im Gegensatz zu den irdischen Wesen
keine drei Seelen, sondern nur eine. Ihnen fehlt die Ami-Seele die für
Körperwärme sorgt und eine Atmung erforderlich macht. Sie sind sehr blass
und ihr Blut ist sehr dunkel. Unter ihnen sind Sonnenseelen mancher Menschen
die auf ihre Reinkarnation warten. Sonne und Mond sind in der Unterwelt sehr
viel dunkler. Auch dort gibt es Wälder, Flüsse und Siedlungsgebiete. Die
Wesen der Unterwelt haben ihre eigenen Schamanen. Die Unterwelt ist das
Reich des Erlik Khan (mongol. Erleg Han). Er ist der Sohn des Himmelsgottes
Tengri. Die Reinkarnation der in der Unterwelt hausenden Seelen stehen unter
seiner Kontrolle. Wenn eine Seele eines irdischen Wesens schon vor seinem
Tod in die Unterwelt abrutscht, kann ein Schamane sie durch das Verhandeln
mit Erlik Khan wieder zurückholen. Schafft er es nicht, stirbt der kranke
Mensch.
Oberwelt Die Oberwelt (Himmelsreich) hat
ebenfalls Ähnlichkeit mit der irdischen Welt, nur gibt es hier keine Seelen
von Menschen wie in der Unterwelt. In dieser Welt ist es sehr viel heller
als auf der Erde (nach einer Sage hat sie sieben Sonnen). Sie kann durch
irdische Schamanen besucht werden. Hier ist die Natur noch unberührter und
ihre Bewohner sind von der Tradition ihrer Ahnen nie abgewichen. Dies ist
das Reich von Ülgen der ebenfalls ein Sohn des Himmelsgottes ist. An manchen
Tagen geht der Eingang zum Himmelsreich einen Spalt auf, dann strahlt das
Licht der Oberwelt durch die Wolken. In diesem Moment sind die Gebete des
Schamanen besonders wirksam.
Der Schamane kann in Gestalt oder auf dem Rücken eines Vogels, auf dem
Rücken eines Pferdes oder Hirsches, durch das Erklimmen des Weltenbaumes
oder eines Regenbogens in die Oberwelt gelangen. Die Welt ist aus der
Perspektive eines Tengristen nicht einfach nur dreidimensional, sondern ein
geschlossener Kreislauf. Es bewegt sich alles in einem Kreislauf; Die
Bewegung der Sonne, die immer wiederkehrenden Jahreszeiten und die drei
Seelen aller Lebewesen, die immer wieder in die irdische Welt zurückkehren.
Der Schamane ist der Mittler zwischen den Welten. Er kann durch das
Erklimmen des Weltenbaumes oder durch Fliegen in die Ebenen der Oberwelt
gelangen oder in den Fluss der Seelen eintauchen, und darin mit der Strömung
bis zum Eingang der Unterwelt schwimmen, der im Norden liegt.
Himmelsrichtungen Früher gab es die Himmelsrichtungen; Vorne, Hinten, Links
und Rechts. Vorne war Osten, doch aus unbekannten Gründen ist daraus die
Bezeichnung für Süden geworden. Heute ist der Norden Hinten. Man glaubte
dass im Osten die bösen, weiblichen Geister hausten die Krankheiten und
Unausgeglichenheit brachten, und im Westen die guten männlichen
Himmelsgeister. Mikrokosmos Jurte Das Nomadenzelt (mong.:Ger , türk.:
Yurt/ Jurte) ist nicht nur die Mitte des Kosmos, sondern ist selbst ein
Mikrokosmos. Die kuppelförmige Decke symbolisiert den Himmel. Der Eingang
der Jurte gilt als Vorne und ist daher stets Richtung Süden ausgerichtet.
Die Stelle hinter der Feuerstelle wird Hoimar genannt, dies ist die
Nordseite (hinten). Hier wird ein Tisch hingestellt auf der das Totem
(türk.: Ongun, mong,: Ongon) aufgestellt wird und Opfergaben für die Geister
abgelegt werden. Der Sitzplatz daneben gilt als der bedeutendste Sitzplatz
im Zelt. Hier nehmen Stammesälteste, Schamanen und andere ehrwürdige Gäste
Platz.
Rechts ist die männliche Seite des Zeltes, hier nehmen nur Männer
Platz. Waffen und andere männliche Gebrauchsgegenstände werden ebenfalls nur
hier aufbewahrt.
Links (Osten) ist die weibliche Seite. Hier nehmen Frauen Platz, und
weibliche Gebrauchsgegenstände wie Küchengeräte oder Kinderbetten werden
hier aufbewahrt. Jugendliche halten sich in der Nähe der weiblichen Seite
auf. (Im zwanzigsten Jahrhundert scheint die Ausrichtung zwischen Osten und
Westen aber an Bedeutung verloren zu haben. Heute sind viele Jurten auch
spiegelverkehrt eingerichtet.)
Im Zentrum der Jurte befindet sich die Feuerstelle, der heiligste Punkt.
Dies ist der Platz von Golomto, die Tochter Tengris. Man muss ihr Respekt
erweisen. Die Jurte ist das Zentrum im Kosmos, und Gal Golomto (die
Feuerstelle-Golomtos) ist das Zentrum des Mikrokosmos Jurte. Die von der
Feuerstelle aufsteigende Rauchsäule symbolisiert den Weltenbaum, und die
Rauchöffnung an der Decke den Eingang ins himmlische Reich. Die imaginäre
Traumreise der Schamanen beginnt meist durch diese Rauchöffnung. Entweder
erklimmt der Schamane den Weltenbaum, oder er fliegt in Gestalt eines Vogels
aus dieser Rauchöffnung.
Der kleine, runde Sonnenstrahl, der durch die Rauchöffnung in die Jurte
fällt, bewegt sich im Uhrzeigersinn. An ihr kann man die Uhrzeit ablesen.
Auch die Bewohner der Jurte bewegen sich nur im Uhrzeigersinn durch die
Jurte, um das Gleichgewicht nicht zu stören. Auch die Schamanen richten sich
bei ihren Bewegungen während eines Rituals immer an die Uhrzeigerrichtung.
Mit dieser Sichtweise hatten tengristische Nomaden eine ganz eigene
Vorstellung von Heimat. Heimat war überall dort, wo die Jurte (türkisch Yurt
= Heimat / Heim) aufgebaut wurde. Die Herrscher der Steppenreiche die im
Westen lagen wurden als mächtiger und heiliger angesehen als jene, die ein
Reich im Osten hatten.
Andere übernatürliche Mächte Dadurch, dass große Herrscher aufgrund der
Ahnenverehrung nach ihrem Tod den Status eines Gottes erreichen, existieren
von Stamm zu Stamm zusätzliche unterschiedliche heilige Ahnen die angebetet
werden. Dabei werden manche zu einem hohen Himmelsgeist, der in der höchsten
Ebene der Oberwelt wohnt, wie etwa der von den Altaiern verehrte Kaira Khan
(oder Kara han). Manche Historiker ordnen ihn als den Vater des Oghus Khan
ein, der Kara Khan hieß und ein siegreicher und mächtiger Herrscher war.
Daher ist es schier unmöglich eine vollständige Liste heiliger Gestalten und
Geister des Tengrismus zusammenzutragen.
Die Bekanntesten heiligen Gestalten Die
wichtigsten, neben Tengri selbst verehrten sind:
Ülgen (bei Altaiern auch Adakutay, bei Jakuten Ak Toyun): Sohn Tengris.
Herrscher des Himmelsreiches (Paradies).
Erlik Khan (Unterwelt: Yerlik oder Erlik): Herr der Unterwelt. Er haust in
der 7. Ebene der Unterwelt in einen Schloss aus grünem Eisen. Er hat sich in
der Unterwelt eine Sonne erschaffen, die dunkelrot leuchtet. Er sitzt auf
einem Thron aus Silber. Ihm stehen neun gesattelte Stiere zur Verfügung. In
einer Legende, die bei dem Turkvolk der Dolganen heute noch erzählt wird,
soll Erlik Khan die Mammuts von der irdischen Welt in die Unterwelt geholt
haben. Sie seien dazu verdammt, ein Dasein in stinkender, heißer Finsternis
zu führen und dem Erlik Khan bis in alle Ewigkeit zu dienen. Wenn ein Mammut
versucht, auf die Erdoberfläche zu gelangen, soll er sofort zu Eis
gefrieren. Mit dieser Legende erklärten sich die Dolganen ihre
gelegentlichen Funde von tiefgefrorenen, halb aus dem Dauerfrostboden der
Tundra ragenden Mammuts.
Umai: ( auch Iduk Umay oder Tenger Ninnian ) Tochter Tengris. Ihr Name
bedeutet auf türkisch Plazenta (Mutterkuchen). Sie ist die Beschützerin der
Schwangeren und Hüterin der im Weltenbaum befindlichen, ungeborenen Seelen.
Wenn ein Kind geboren werden soll, bringt Umai einen Tropfen Milch aus dem
in der dritten Ebene des Himmels befindlichem Milchsee und erweckt damit das
neue Leben im Kind. Umai wird manchmal auch als der Name für die Mutter-Erde
selbst verwendet.
Golomto: Tochter Tengris. Herrin des Feuers.
Götter, Göttinnen
und Geister
Kaira Khan: Höchster Gott. Er haust im 7.
Himmel und ist der Erschaffer allen Lebens.
Erlik Khan: Gott der Unterwelt. Er haust in
der 7. Ebene der Unterwelt in einen Schloss
aus grünem Eisen. Er hat sich in der
Unterwelt eine Sonne erschaffen, die
dunkelrot leuchtet. Er sitzt in einem Thron
aus Silber. Ihm stehen 9 gesattelte Stiere
zur Verfügung.
Ayzit: Liebes- und Schönheitsgöttin. Sie
haust in der dritten Ebene des Himmels. In
den extatischen, wirren Gebeten und Gesängen
der Schamanen wird ihre blendende Schönheit
beschrieben.
Aykýz: Mondgöttin. Sie haust gemeinsam mit
dem Mond auf der 5. Ebene des Himmels.
Ülgen: ( bei [[Altaier]n auch Adakutay,bei
Jakuten Ak Toyun ) Sohn des Kaira
Khan.Kriegsgott.
Körmös: Die Körmös' sind Geister mit
Zauberkräften. Es gibt Gute und Böse. Sie
geleiten unter anderem auch die Toten in die
Unterwelt.
Alasbatir: Gott der Haustiere.
Altay Han: Ein mächtiger Geist. Er haust auf
dem Gipfel eines Berges.
Ancasin: Gott der Blitze.
Andarkan: Gott des Feuers. Eine Göttin der
Pflanzen, bei den alten Kirgisen trug den
selben Namen.
Arah: Eines der göttlichen Richter der
Unterwelt, die über sündige Menschen
richten.
Ayata: Gott des Mondes. Sitzt in der 6.
Ebene des Himmels.
Buncak Toyun: Bewacht gemeinsam mit Buzul
Toyun den Weg der im Himmel zum Schloss des
grossen Kaira Khan führt.
Gölpön Ata: Schutzgott der Schafe.
Demir Han: Ein mächtiger Berggeist.
Erdenay: Götterbote. Er überbringt
Nachrichten über gute taten der Götter an
die Menschen.
Kambarata: Schutzgott der Pferde.
Geister mit Tengrismus herrscht die animistische
Vorstellung, dass alles in der Natur befindliche von einem Geist beseelt
ist. Daher gibt es eine Vielzahl von Geistern die auch in Verschiedene
Gruppen unterteilt werden. Diese haben je nach Sprache oder Dialekt
unterschiedliche Namen.Es gibt zwei große Kategorien von Geistern: Die
Himmelsgeister (Tengris / Tengers) und die Erd- Wassergeister (türk. Yer su
/ mongol. Gazriin Ezen). Laut Rafael Bezertinov gibt es bei den Türken 17
Tengri's und bei den Mongolen 99 Tenger's die 77 Erd- Wassergeistern
gegenüberstehen. Die Himmelsgeister sind mit dem Himmel verbunden und die
Erd- Wassergeister mit der Mutter-Erde. Einige sind so mächtig dass sie
nicht durch einem Schamanen kontrolliert werden können, andere sind dagegen
leicht zu kontrollieren. Ein Geist darf nur gestört und kontrolliert werden
um das Gleichgewicht wieder herzustellen, niemals aus reiner Neugier oder
wegen belangloser Dinge.
Die mächtigsten Geister sind die Tengers die an den vier Enden der vier
Himmelsrichtungen existieren. Es heißt dass die West-Tenger's die Menschen,
die Hunde und die essbaren Tiere erschaffen haben. Die Ost-Tenger's sollen
die Adler, die Tiere die man nicht essen darf und die Geister die
Krankheiten bringen erschaffen haben. Da das Gleichgewicht immer schwankt,
dürfen die Ost-Tenger's nicht immer als Böse und die West-tenger's immer als
gut angesehen werden.
Der wichtigste Ost-Tenger ist Erlik Khan, der
Herr der Unterwelt, Bruder von Ülgen.
Usan Han, der Herr der Wassergeister, wird aus
dem Süden gerufen.
Tatay Tenger wird aus dem Norden gerufen. Er
ist der Herr der Stürme, Blitze und Tornados.
Die Tenger's sind sehr mächtig und können daher nicht kontrolliert werden,
aber sie können während eines Schamanenrituals um Hilfe gebeten werden. Die
Seelen der Menschen die ein vorbildliches Leben gelebt haben, gelangen
gänzlich in den Himmel. Sie hausen dann in den Wolken und sorgen für den
Regen. Es existieren außerdem noch die folgenden Geister: Tschotgors, Ozoors, Ongons, Burchans und Yer su (auch
Gazriin Ezens oder Ayyy genannt).
Yer su (Gazrin Ezen, Ayy) sind Geister die
einen bestimmten Berg, See, Fluss, Felsen, Baum, Dorf, Gebäude oder sogar
ein ganzes Reich beherrschen. In einer alten türkischen Legende vertreiben
die Yer Su einen ganzen Stamm aus ihrer Heimat, weil sie Diese durch einen
Fehler gekränkt haben.
Tschotgors sind unter Anderem für physische und
psychische Krankheiten und für Verwirrtheit mancher Menscher verantwortlich.
Manche Tschotgor's sind die Suns-Seelen mancher Menschen die den Weg in die
Unterwelt nicht gefunden haben. In diesem Fall müssen sie von einem
Schamanen auf ihren Weg gebracht werden. Andere Böse Geister stehen
außerhalb des Reinkarnations-Kreislaufes und leben ewig in der Natur. Sie
können sich in einen guten Helfer-Geist verwandeln nachdem sie von einem
Schamanen kontrolliert wurden.
Ozoors, Ongons und Burchans sind meist gute
Geister aber können von Zeit zu Zeit auch Probleme bereiten. Ozoors und
Ongons sind die Sud-Seelen mancher Ahnen die eine Phase lang in der Natur
leben. Diese sind dem Schamanen während eines Rituals die wichtigsten
Helfer.
Körmös oder Utha werden Geister genannt die
einen Schamanen als zusätzliche Seele begleiten und ihn führen. Es sind
ehemalige Seelen toter Schamanen. Die Körmös tragen das Wissen mehrerer
Schamanen-Generationen bei sich. Es gibt sowohl gute als auch böse Körmös.
Sie geleiten unter anderem auch die Seelen verstorbener zu ihrem
Bestimmungsort.
Burchan's sind zu mächtig um von einem
Schamanen kontrolliert zu werden. Wenn sie eine Krankheit ausgelöst haben
kann man sie nur darum bitten den Kranken in Ruhe zu lassen. Nur Schamanen
die einen sehr starken Geist als Helfer haben können einen Burchan
kontrollieren. Danach verwandelt sich der Burchan in einen weniger starken
Ongon.
Einige mächtige Geister der Altaier [Bearbeiten]Altay Han: Ein mächtiger
Geist. Er haust auf dem Gipfel eines Berges.
Buncak Toyun: Bewacht gemeinsam mit Buzul Toyun
den Weg der im Himmel zum Schloss des großen Kaira Khan führt.
Demir Han: Ein mächtiger Berggeist.
Talay Han: Mächtiger Berggeist.
Okto Han: Mächtiger Yer Su Berggeist.
Heilige Berge, Seen und Bäume [Bearbeiten] Der
Khan Tengri bei SonnenuntergangDer Mensch im Tengrismus hat sehr großen
Respekt vor der Natur. Vor den Bergen, Wäldern, Flüssen, Bäumen und allen
anderen Lebewesen. Verschwendung gilt als Beleidigung gegenüber Tengri und
seine Naturgeister. Der Mensch sieht seine Existenz nicht darauf
ausgerichtet die Natur auszubeuten sondern lebt mit dem Bewusstsein das sein
Überleben von einer intakten Umwelt abhängt. Der Mensch sieht sich zwar,
ganz klar als etwas anderes als die übrigen Lebewesen, aber dennoch werden
in den Mythen dieser Menschen die Tiere und sogar die Bäume als
menschenähnliche und selbstständig denkende Wesen charakterisiert. In der
Natur hat alles eine Seele; auch ein Wald, ein See, ein Felsen, Fluss, Berg
und Bäume. Wenn der Mensch etwas aus der Natur nimmt, ist das nur möglich
weil es ein Naturgeist erlaubt hat, deshalb muss er dankbar sein, diese
Geister respektieren und ihnen Ehre erweisen.
Berge, Bäche, Wälder, Felsen und Bäume sind ein Teil
der Mutter-Erde, aber sie sind auch die Wohnstätten der Naturgeister Yer Su. Diese Naturgeister sind ehemalige Ahnen-Geister an die sich ihre
Nachfahren nicht mehr erinnern. Man sagt, dass große Berge und
eindrucksvolle Bäume eine Suld-Seele haben. Die Suld-Seele ist die Seele der
Menschen, der nach dem Tod des Menschen in der Natur bleibt. Man glaubt dass
manche Felsen und Bäume besonders starke Geister beherbergen und reicht
diesen regelmäßig Tabak oder Getränke als Opfergabe, und erweist ihnen
Respekt. In der Natur Schäden zu verursachen, wie etwa Äste von Bäumen
abzureißen oder diese unnötig zu fällen gelten als großes Tabu. Die
verärgerten Naturgeister könnten sonst große Probleme bereiten [1]. In einer
alten türkischen Sage verschenken die alten Türken einen Felsen die sie
vorher seit 40 Generationen als heilig verehrt hatten an die Chinesen. Der
Himmel nimmt sofort eine seltsame Farbe an, die Vögel hören auf zu singen,
das Gras der Steppe verblasst und vertrocknet, Krankheiten verbreiten sich.
Auf diese Weise werden sie von den Yer Su (Erd- Wassergeistern) als Strafe
vertrieben.
Berggeister gelten als äußerst mächtig. Für eine erfolgreiche Jagd und eine
reiche Ausbeute an pflanzlicher Nahrung werden diese Berggeister oft
angebetet. Die Anbetung der Berggeister erfolgt an einer Oboo / Oba. Eine
Oba ist meist eine Kuppelförmige Anhäufung die 2-3 m hoch ist, sie
symbolisiert den Berg (und genau wie auch die Jurte den Kosmos mit allen
seinen Bedeutungen). Jemand der daran vorbeiläuft umkreist es drei mal legt
einen Stein darauf ab. Auf diese Weise stärkt der Mensch seinen Windpferd,
den Geist des Berges und erhält somit Glück für seine weitere Reise. Am Oba
werden viele Rituale zu Ehren Tengri's, der Mutter-Erde und der Ahnen
abgehalten.
Einige heilige Berge und Seen: Khan Tengri
(Kasachstan)
Ulu Taw (Kasachstan)
Altai (Gebirge); auf dem höchsten Gipfel soll
der mächtige Altay Han hausen.
Issyk Kul: Heiliger See in der Ursprungslegende
der Kirgisen.
Musala/Bulgarien (dieser Berg hieß Tangri bevor
ihr Name durch die Osmanen in Musala (Mashallah) umgeändert wurde.)
Tien Shan (ursprünglicher Name in uighurisch
Gottes Berg)
Opfergaben
Es gab zwei Arten von Opfern; blutige und
unblutige Opfer. Da man glaubte, dass Tiere eine Seele besitzen, die
wiedergeboren wird, durften Tiere niemals unnötig gequält werden. Deshalb
mussten beim Töten eines Tieres viele strenge Regeln eingehalten werden.
Beim töten eines Opfertieres durfte vor allem nicht die Ami-Seele geschädigt
werden. Man glaubte das die Ami-Seele in dem Bereich vom Kopf, Kehle, Lunge
und Herz seinen Platz hat deshalb musste dieser Bereich als ganzes erhalten
bleiben
Blutige Opfer Blutige Opfer waren meist Pferde,
Schafe, Ziegen oder Rinder. Beim Töten durfte kein Tropfen Blut vergossen
und keine Knochen gebrochen werden. Das Fell musste bis auf einen Schnitt am
Bauch unversehrt bleiben, ebenso der Kopf, die Lunge und das Herz. Durch den
Schnitt wurde eine Hand in die Bauchhöhle eingeführt, und mit den Fingern
die Herzschlagader durchtrennt (diese unblutige und schmerzlose Art der
Tötung ist in der Mongolei noch heute üblich, um Tiere zu schlachten). Das
Opfer wurde danach in zwei Hälften geteilt und auf zwei Feuerstellen
zubereitet. Dabei achtete man darauf, wie sich der Rauch verhielt. Wenn der
Rauch einer der Feuerstellen steil zum Himmel stieg, dann bedeutete dies,
das diese Hälfte Tengri überlassen werden sollte. Sie wurde einfach auf dem
Feuer gelassen, bis sie vollständig verbrannt war. Die Kirgisen bevorzugen
Pferde auch heute noch als Opfertiere zum islamischen Opferfest.
Unblutige Opfer Unblutige Opfer waren sonstige
Lebensmittel, Genussmittel, Waffen, Haushaltsgeräte und auch sportliche
Veranstaltungen wie traditionelle Ringkämpfe oder Pferderennen. Zum Beispiel
ging man mit einer Schüssel voll Kumys, Milch, Ayran oder Yoghurt um die
Jurte, wenn es bei einem Gewitter donnerte, um damit die Götter zu
besänftigen. An der Stelle, an der ein Blitz eingeschlagen war,
veranstalteten junge Männer einen Ringkampf, als Opfergabe an die Götter.
Das allerhäufigste Opfer ist auch heute noch die Opferung von Kumys oder
Wodka. Man taucht ein Finger in das Getränkt und spritzt damit in alle
Himmelsrichtungen und grüßt dabei Tengri, Mutter-Erde und die Ahnen bevor
man es auf ihr Wohl trinkt.
Ahnenverehrung Die Seelen der Ahnen werden
immer gemeinsam mit Vater-Himmel und Mutter-Erde gewürdigt. Der Mensch
besitzt drei Seelen, die nach dem Tod unterschiedliche Schicksale haben.
Eines kehrt zurück in den Himmel, eines zurück in die Erde und eines bleibt
in der Natur. Die in der Natur verbliebenen Seelen der Ahnen helfen und
beschützen ihren Nachfahren. Nach mehreren Generationen können diese Seelen
ihre Nachfahren verlassen wenn man sie nicht mehr erwähnt, aber wenn sie
regelmäßig gerufen werden bleiben sie in der Nähe. Wenn diese Seelen aber
ihre Nachfahren endgültig verlassen haben werden sie zu Naturgeistern und
hausen z.B. in einem Baum oder einem Stein. Schamanen riefen während eines
Rituals bei dem böse Geister vertrieben werden mussten oft die Seelen der
Ahnen zu Hilfe. Sie hielten sich dann in der Nähe des Totems auf.
Die Türken und die Mongolen sahen den blauen Wolf (kök böri) und den
Rothirsch (maral) als ihre Ahnen an. Die Burjaten haben außerdem einen
wichtigen Ahnen Namens Vater Stier. Das Mongolische Wort für Bär bedeutet
auch gleichzeitig Vater. Bei den Mongolen unter Dschingis Khan war auch der
Geist eines Ahnen ihr Schutzpatron. Er beschützte nicht nur das Volk sondern
auch die Ehe. Bei ehemaligen Tengristischen Stämmen ist es auch heute noch
gang und gäbe Fotos von Ahnen, ein Bild von Dschingis Khan oder das
Stammestotem in eine besondere Ecke des Hauses zu stellen und ihr regelmäßig
Ehre zu erweisen [1].
Die Herrscher (meist Khan genannt) galten als Heilige. Ihr Blut, das ebenso
als heilig galt, durfte nicht vergossen werden. Der Khan wurde auch nach
seinem Tod noch weiter verehrt. Er wurde manchmal zum Schutzpatron des
Stammes, dem regelmäßig Opfer dargebracht wurden. Mächtige Khane erreichten
nach ihren Tod den Status eines Gottes. Wenn ein Khan auf einen Beschluss
der Stammesältesten hingerichtet werden musste durfte dabei sein Blut
trotzdem nicht vergossen werden. Daher wurde er mit der Sehne eines Bogens
erdrosselt.
Verwendung von Totems Der Wald und die
Wasserwelt sind der Heimat wilder Tiere, auf die der Mensch angewiesen ist
um zu überleben. Die Tiere verfügen wie der Mensch auch, über eine
Ami-Seele. Diese Seele verursacht die Körperwärme und macht die Atmung
erforderlich. Ihre Ami-Seelen werden innerhalb der eigenen Art
wiedergeboren. Weil im Tengrismus die Tiere Seelen besitzen, haben Tiere
individuelle Persönlichkeiten, eigene Sprachen und besondere Fähigkeiten.
Der große Geist Bayan Ahaa ist der Herrscher über alle Tiere. Jäger beten zu
ihm bevor sie mit der Jagd beginnen. Die wichtigsten wilden Tiere sind der
Wolf, der Hirsch sibirische Tiger, der Schneeleopard und der Bär. Die
Burjaten nennen den Tiger Anda Bars was „bester Freund Tiger“ bedeutet und
beten zu ihm um Glück in der Jagd zu haben. In Sibirien wird vor allem der
Bär als der Herrscher des Wildnis angesehen. Es gibt viele spezielle Rituale
die nach dem Tod eines Bären abgehalten werden um seine Seele würdig zu
verabschieden.
Weil Tiere Seelen besitzen die wiedergeboren werden, gilt es beim Töten
eines Tieres eine ganze Reihe von Regeln einzuhalten um nicht dessen Seele
zu erzürnen. Sonst könnte der gesamte Stamm für eine lange Zeit kein
Jagderfolg mehr haben, weil die Naturgeister es verhindern. Wenn ein großes
Waldtier erlegt oder ein großer Fisch gefangen wurde kann es sein das der
Jäger aus Trauer um dessen Seele sogar weint. In der Regel entschuldigt sich
der Jäger bei der Seele des erlegten Tieres und erklärt ihm weshalb er es
töten musste. Auch Haustiere werden mit angemessenem Respekt getötet. Die
Kehle wird nicht durchtrennt weil dabei die Ami-Seele verwundet werden
könnte. Es wurde geglaubt dass die Ami-Seele in dem Suld-Bereich Kopf, Hals,
Lunge und Herz sitzt. Deshalb musste der Suld immer als Ganzes erhalten
bleiben. Wenn ein Tier geopfert wurde, hat man den Suld an einer Stange
aufgehängt das zum Himmel gerichtet war. Die Skelette der Bären die man
verzehrte wurden im Wald an eine Stange gehängt oder auf eine Plattform
gesetzt.
Im Wald muss man sich sehr vorsichtig verhalten um nicht die Geister zu
verärgern. Beim Betreten des Waldes darf man nicht schreien oder rennen. Man
muss sich vorsichtig bewegen wie ein Waldbewohner. Mit einem Stock zu werfen
ist eine Beleidigung für Bayan Ahaa und andere Naturgeister und gilt daher
als Tabu (nugeltei). Steine ins Wasser zu werfen oder zu urinieren sind
ebenfalls verboten. Tiere dürfen nur dann getötet werden wenn man ihr
Fleisch oder ihr Fell benötigt. Das Töten muss möglichst schnell und
schmerzfrei erfolgen. Die Beute muss mit dem gesamten Stamm geteilt werden,
es darf nicht gehortet werden. Wenn diese Regeln befolgt wurden glaubte man
das die Naturgeister einverstanden sind.
Flüsse, Seen, Bäche und Meere sind nicht nur der Lebensraum der Wassertiere
sondern auch Durchgänge für Seelen die auf der Reise zwischen den Welten
unterwegs sind. Deshalb wurden manchen Wassertieren besondere Fähigkeiten
zugeschrieben. Man glaubte das manche dieser Tiere mit den Geistern und
Seelen in Kontakt stehen. Manche Tiere in der Natur können auch die Seelen
mancher Schamanen sein die gerade eine tierische Gestalt angenommen haben um
bestimmte Aufgaben zu erledigen. Es gibt eine Geschichte darüber, wie ein
Jäger ein Tier erlegte, der eigentlich die Seele eines Schamanen war.
Deshalb starb im selben Moment auch der Schamane mitten in seinem Ritual.
Auch die Seelen der Ahnen können manchmal die Gestalt eines Tieres annehmen.
Dann sind es jedoch immer Tiere die nicht gegessen werden wie z.B. Füchse,
Schakale, Spinnen, Schnecken usw.
Tiere die als Totem verehrt werden dürfen nicht gejagt und nicht gegessen
werden. Ihre Namen auszusprechen gilt als Tabu, deshalb werden sie im Alltag
der Menschen unter anderen Namen beschrieben. Bei den Mongolen sind es vor
allem der blaue Wolf und der Rothirsch. Bei den Türken ist es meistens der
Wolf. Auch der Adler gilt als ein wichtiges Totem.Die Seelen der Tiere sind
manchmal Lehrer und manchmal Lotsen für die Schamanen. Nach einer
Jakutischer Sitte stellen sich zwei Schamanen die sich kennenlernen zuerst
ihre Krafttiere gegenseitig vor. Während eines Rituals nimmt der Schamane
den Gestalt seines Krafttieres an [1].
Windpferd
Das nationale Windpferd (mongol. Hiimori) der Mongolei ist auf dem Wappen
der Mongolei als besonders stark dargestellt.Die persönliche, geistige Kraft
eines Menschen wird als Windpferd bezeichnet, welches sich in der Brust
befindet. Je nachdem wie der Mensch sich und seine Umwelt im Gleichgewicht
hält, ist sie bei jedem unterschiedlich groß. Ein sehr starkes Windpferd
bewirkt dass ein Mensch sehr klar denkt, sehr vorausschauend ist und stets
die richtigen Entscheidungen trifft. Wenn der Mensch seine Kraft für böse
Absichten einsetzt und damit das Gleichgewicht stört schwächt das Windpferd
ab. Deshalb neigen böse Menschen irgendwann auch zur Selbstzerstörung
(vergleichbar mit Karma). Man kann es mit täglichen kleinen Ritualen
stärken. Zum Beispiel indem man dem Himmel, der Erde und den Ahnen einen
Opfergetränk darbringt, oder betet.
Während eines Rituals kann der Schamane seinen Windpferd erhöhen indem er
das Rauch von bestimmten Kräutern inhaliert, und/oder Tieropfer darbringt.
Buyanhischig/Buyan ist eine ähnliche
Angelegenheit. Man könnte es mit einem Bankkonto vergleichen. Je nach
Verhalten eines Menschen mehrt und reduziert sich der Buyan. Durch nicht
beachten von Tabus, durch Respektlosigkeit den Ahnen gegenüber, durch das
sinnlose Töten von Tieren werden die Naturgeister erzürnt und der Buyan
schwächt ab.In dem Bewusstsein dass das stärken des Windpferdes und des
Buyan's, die Lebensqualität und den Schicksal bestimmen, folgen die Menschen
im Tengrismus einer Reihe von Verhaltensregeln dass letztendlich zu einem
harmonischen Leben der Menschen miteinander, aber auch der Menschen mit der
Natur führt. Die mehreren Seelen des Menschen [Bearbeiten]Jeder Mensch und
jedes Tier besitzen mehrere Seelen. Man glaubte dass ein Mensch mindestens
drei Seelen besaß. (Samojeden stellen hier eine Ausnahme dar. Sie glaubten
dass Frauen über vier und Männer über fünf Seelen verfügten). Tiere besitzen
zwei Seelen: die Ami-Seele und die Suns-Seele; eines davon wird
wiedergeboren. Da Tiere eine Seele haben die wiedergeboren wird muss man
respektvoll mit Tieren umgehen.
Die drei Seelen des Menschen
Özüt-Seele (auch Suld-): Bleibt nach dem Tod
des Menschen in der Natur.
Ami-Seele: reinkarniert
Suns-Seele (auch Süne): reinkarniert
Alle drei Seelen befinden sich innerhalb des Energiefeldes eines Menschen.
Die am meisten lebenswichtige Seele ist die Suld-Seele. Wenn sie den Körper
verlässt ist der Tod unumgänglich. Die anderen beiden Seelen können unter
Umständen den Körper kurzfristig verlassen und dabei manchmal
Bewusstlosigkeit verursachen. Ami- und Suns-Seele müssen sich immer an
entgegengesetzten Enden des Körpers aufhalten um das Befinden im
Gleichgewicht zu halten. Wenn sie sich aus irgendwelchen Gründen schneller
bewegen lösen sie erhöhten Blutdruck aus. Auf die selbe Weise gab es
Erklärungen und Heilmethoden für sämtliche andere Krankheiten, die auf die
Launen der drei Seelen und der Stärke des Windpferdes zurückgeführt wurden.
Die Ami-Seele hängt mit der Atmung zusammen und
die Suns-Seele mit Wasser. Die Suns-Seele benutzt Wasserwege um sich
außerhalb eines Körpers fortzubewegen. Der im Süden liegende Weltenbaum ist
die Verbindung zwischen irdischer Welt und Himmelreich. Der Weltenfluss der
Richtung Norden fließt ergießt sich in die Unterwelt. Die Suns-Seelen werden
immer wieder geboren und kehren zurück auf die Welt. Es gibt
unterschiedliche Mythen über den gesamten Kreislauf der Seelen. In der meist
erzählten Version, herrscht Umai über die im Weltenbaum befindlichen
Ami-Seelen, diese gelangen an der Quelle des Weltenflusses auf die
Erdoberfläche. Bei einer Geburt schwimmt die Seele die wiedergeboren werden
soll durch den Fluss und dringt in das Neugeborene Baby. Wenn ein Mensch
stirbt taucht die Suns-Seele ins Weltenfluss und schwimmt mit dessen
Strömung bis in die Unterwelt. Die Ami-Seele verwandelt sich in einen Vogel
und fliegt zurück zum Weltenbaum. Um wiedergeboren zu werden muss die
Suns-Seele die Quelle des Weltenflusses erreichen oder die Milchstraße
überqueren um den Punkt im Süden zu erreichen an der sich Himmelsreich und
Mittelerde berühren. Dieser Kreislauf der Seelen, ist im Prinzip das Gleiche
wie der Wasserkreislauf in der Natur. Wasser regnet von Himmel herab und
sickert durch die Erde, kommt dann als Quellwasser ans Tageslicht (auch
Bäche sind Eingänge in die Unterwelt). Letztendlich gelangt das Wasser in
die Meere wo es wieder verdunstet und den Himmel erreicht von der es wieder
herabregnet. Die Seelen fließen ebenfalls mit dem Weltenfluss ins Meer und
kehren zur Quelle zurück um wiedergeboren zu werden.
Tengrismus heute
Flagge Kasachstans Flagge der Gagausen Die Flagge
der Republik Altai Gökbayrak: Himmelsflagge. Panturkistisches Symbol und
Flagge der Uighuren im Westen der Volksrepublik China Seit dem Zerfall der
UdSSR wuchs das Interesse der Turkvölker Zentralasiens nach ihrer eigenen
Vergangenheit und damit auch das Interesse am Tengrismus. Dies wurde in den
1990ern vor allem in Tatarstan und Russland und kurz danach auch in
Kirgistan deutlich. Zuerst war von Bizneng-Yul (tatar. Unser Weg) und später
von Tengirchilik (Tengrismus) die Rede. Mit der Zeit wurde die Bewegung
institutionalisiert und organisiert. So entstand 1997 die tengristische
Gesellschaft in Bischkek, dem nach offiziellen Angaben 500 000 Mitglieder
angehören. Eine andere Organisation mit dem Namen Tengir-Ordo Foundation ist
ein internationales Zentrum zur Erforschung des Tengrismus. Beide
Organisationen werden von Dastan Sarygulov geleitet, der gleichzeitig auch
ein Abgeordneter des kirgisischen Parlaments ist. Diese Bewegung trug mit
einer Aufklärungskampagne dazu bei, dass auch in Kasachstan und anderen
Turkrepubliken Interesse am Tengrismus erwachte. Die Ministerpräsidenten von
Kasachstan und Kirgistan; Nursultan Nazarbayev und Askar Akayev erwähnen
seitdem den Tengrismus immer wieder als den natürlichen und nationalen
Glauben aller Turkvölker
In der Mongolei heißt die Organisation des Tengrismus Golomt Center for
Shamanist Studies. Diese Organisation wendet sich mit ihrer
Aufklärungsarbeit, in der Hoffnung den Tengrismus auch im Westen zu
verbreiten auch an die westliche Welt Einige der antreibenden Kräfte
dabei sind z.B. Dr. Sendenjaviin Dulam oder Prof. Dr. Schagdaryn die in
weltweiten Universitäten Vorträge über den Tengerismus halten, und sich für
Interviews zur Verfügung stellen.Die Verwendung von tengristischen Symbolen
wie etwa die himmelsblaue Farbe oder die Abbildungen von alten Totemtieren
scheinen in Zentralasien als nationale oder panturkistische Symbole wieder
an Popularität zu gewinnen.Bei den Jakuten ist eine moderne Version des
Tengrismus verbreitet, die sie Ayy nennen. Und auch in der Türkei scheint
sich der Gök Tanry Dini, Tanricilik oder Tengricilik vor allem in
intellektuellen Kreisen immer weiter zu verbreiten.